Saudiarabischer Agent soll Flugzeugentführer unterstützt haben

3. August 2003, 15:51
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Kongressbericht untersucht Finanztransaktionen saudiarabischer Bürger und Mitglieder der Königsfamilie

Washington - In den als geheim eingestuften Seiten eines US-Kongressberichtes über die Anschläge vom 11. September werden mögliche Verbindungen des Terrornetzes El Kaida zu saudiarabischen Geschäftsleuten, Mitgliedern der Königsfamilie sowie Wohltätigkeitsvereinen und Banken aufgeführt, wie Kenner des Berichts der Nachrichtenagentur AP sagten.

Unterstützung

Das Dossier legt demnach die Möglichkeit dar, dass mindestens ein Saudiaraber mit Verbindungen zu den Flugzeugentführern oder ihren Unterstützern ein Geheimdienstagent gewesen sein könnte. Zudem soll ein muslimischer Iman in den USA die Selbstmordattentäter unterstützt haben.

Im Mittelpunkt, so berichten die Informanten, stehe der saudiarabische Geschäftsmann Omar al Bayumi. Er veranstaltete während seiner Zeit in San Diego eine Willkommensparty für die mutmaßlichen Flugzeugentführer Khalid al Mihdhar und Nawaf al Hazmi und gab ihnen Geld für ihre Wohnungsmiete. Zwei Monate vor den Anschlägen verließ Bayumi die USA und ging nach Großbritannien, wo der saudiarabische Prinz Turki al Faisal als Botschafter arbeitete. Faisal war zuvor kurze Zeit Geheimdienstchef.

Verdachtsmomente

Wegen mehrerer derartiger Verbindungen schließt der Kongressausschuss nicht aus, so hieß es weiter, dass Bayumi ein saudiarabischer Geheimagent war. Regierungsbeamte in Riad verweisen dagegen darauf, dass der Geschäftsmann bereits kurz nach den Anschlägen von britischen und amerikanischen Sicherheitskräften vernommen wurde, ohne dass sich Verdachtsmomente erhärtet hätten.

Finanztransaktionen

Zudem konzentriert sich der Kongressbericht auf Finanztransaktionen saudiarabischer Bürger und Mitglieder der Königsfamilie. Verdächtig erschienen den Kongressmitgliedern demnach insbesondere Schecks in Höhe von mehreren Zehntausend US-Dollar, die Prinz Bandar, Saudiarabiens Botschafter in den USA, und dessen Frau Prinzessin Haifa al Faisal einem mit Bayumi befreundeten Ehepaar ausgestellt haben sollen. Der Empfänger, Osama Basnan, soll nach FBI-Informationen "ein Extremist und Unterstützer von Osama bin Laden" sein, heißt es in dem Kongressbericht.

Die Ermittler des Kongresses räumen ein, dass ihre Mutmaßungen widersprüchlich oder willkürlich erscheinen. Einerseits könnten weitere Ermittlungen ergeben, dass die Terroristen "unbestreitbar unterstützt wurden", schreiben die Autoren des Berichts. Auf der anderen Seite könnte sich herausstellen, dass die Verbindungen und Geldflüsse legitim und ohne terroristischen Hintergrund waren. (APA)

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