Italien: Chef des Homosexuellen- verbandes niedergeschlagen

4. August 2003, 10:36
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Bellomo erhielt wiederholt Morddrohungen von Rechtsextremisten - Organisationen schlagen wegen zunehmender Intoleranz Alarm

Rom - Der Chef des italienischen Homosexuellenverbands Arcigay in der süditalienischen Stadt Bari, Michele Bellomo, ist am Freitag von zwei Unbekannten, die in sein Büro eingedrungen sind, niedergeschlagen worden. Die zwei Männer schlugen Bellomos Kopf wiederholt gegen die Wand und ließen ihn blutend auf dem Boden liegen. Bellomo, der sich allein im Büro befand, konnte um Hilfe rufen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Bellomo, seit Jahren Aktivist für die Homosexuellenrechte, hatte bereits öfters Morddrohungen seitens rechtsextremistischer Gruppen erhalten. In den vergangenen Monaten war er deswegen unter polizeilichen Schutz gestellt worden, der jedoch kürzlich abgeschafft worden war.

Die italienischen Oppositionsparteien reagierten mit Entrüstung auf den Angriff auf Bellomo. Der Fraktionschef der Linksdemokraten in der Abgeordnetenkammer, Luciano Violante, erklärte sich mit dem Arcigay-Aktivisten solidarisch. Schwulen- und Lesbenverbände bemängelten, dass die Gewalt gegen Bellomo eine Folge der Hasskampagne sei, die auch der Vatikan gegen Homosexuelle fördere. Arcigay hatte entrüstet auf das Dokument des Heiligen Stuhls reagiert, in dem entschieden Homosexuellen-Ehen ablehnt werden. (APA)

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    Ein Aktivist auf dem Petersplatz

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