Deutsche Krankenkassen erhöhen Beiträge

3. August 2003, 13:06
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Große Verunsicherung über die Auswirkungen der Gesundheitsreform

Berlin/Wien - In Deutschland herrscht große Verunsicherung über die Auswirkungen der Gesundheitsreform, die eigentlich zu einer Beitragsreduktion führen sollte. Mehrere Betriebskrankenkassen haben nämlich angekündigt, die Beiträge zu erhöhen. 17 Krankenkassen verlangen bereits im August höhere Beiträge.

Das deutsche Gesundheitsministerium kritisierte am Freitag die Beitragserhöhungen und kündigte eine genaue Prüfung durch Aufsichtsbehörden an. "Diese Erhöhung kommt zur Unzeit", sagte Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD). Von den Beitragserhöhungen sind mehr als zwei Millionen Mitglieder betroffen. In den nächsten Monaten bis Jahresende wollen noch zwanzig weitere Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen.

Statt Zuzahlung

Diese Ankündigungen überraschen, da erst am Mittwoch die Spitzenverbände der Krankenkassen dem Gesundheitsministerium Beitragssenkungen zugesagt haben - aber erst für kommendes Jahr. Auch auf die Höhe legten sie sich nicht fest. Die Reduktion soll ein Ausgleich dafür sein, dass nach Beschluss der von allen Parteien getragenen Gesundheitsreform Versicherte in Deutschland künftig viel mehr Zuzahlungen leisten müssen - etwa zehn Euro pro Krankenhaustag und pro Arztbesuch.

Nach den Vorstellungen der Parteien soll der durchschnittliche Kassenbeitrag von 14,3 auf 13,6 Prozent verringert werden. Die Betriebskrankenkassen haben derzeit vergleichsweise niedrige Sätze, weshalb sie noch schnell die Beiträge anheben wollen. In Deutschland gibt es insgesamt 322 Krankenkassen. (afs/DER STANDARD, Printausgabe, 2.8.2003)

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