"RSF": Übergriffe der US-Armee auf Journalisten

10. August 2003, 17:16
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Bericht über zwei vor einem Monat verhaftete iranische Reporter

Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) hat der US-Armee eine zunehmend feindliche Haltung gegenüber Journalisten im besetzten Irak vorgeworfen. RSF berichtete am Freitag von zunehmenden Übergriffen auf Journalisten und forderte vom US-Verwalter Paul Bremer Aufklärung über die Gründe für die Verhaftung zweier iranischer Fernsehreporter vor einem Monat. Die Journalisten würden seit dem 1. Juli wegen "Gefährdung der Sicherheit" festgehalten, berichtete die Organisation.

RSF-Generalsekretär Robert Menard forderte, den Journalisten müssten konkrete Verstöße nachgewiesen worden, oder sie müssten freigelassen werden. Am 27. Juli sei zudem ein japanischer Journalist von US-Soldaten in Bagdad geschlagen und über eine Stunde lang festgehalten worden, nachdem er einen US-Angriff auf ein Haus filmte, in dem sich angeblich der verschwundene Staatschef Saddam Hussein aufhielt. Bei dem Angriff seien fünf Zivilisten ums Leben gekommen.

Journalisten festgehalten

Vier türkische Journalisten seien am 26. Juli über eine Stunde lang festgehalten worden. Die US-Soldaten gaben ihnen zwar ihre digitale Kamera zurück, doch ohne die darin enthaltenen Fotos. Am selben Tag sei ein Korrespondent des TV-Nachrichtensenders "Al Jazeera" in Mosul mit seinem Fahrer festgehalten und erst in der darauffolgenden Nacht wieder freigelassen worden. Sein Film sei beschlagnahmt worden. Am 22. Juli habe die irakische Polizei ein Team von "Al Jazeera" während der Filmaufnahmen anti-amerikanischer und anti-britischer Proteste verhaftet, berichtete die Organisation. (APA/AP)

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