Telekom-Regulator erwartet mehr Wettbewerb bei Entbündelung

8. August 2003, 17:12
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Serentschy: Streichung des Minimumtarifs der Telekom Austria macht Entbündelung für alternative Anbieter "wesentlich attraktiver"

Der oberste Telekom-Regulator, Georg Serentschy, erwartet durch die für Ende September geplante und vom Regulator bewilligte Streichung des Minimumtarifs der Telekom Austria (TA) (der Webstandard berichtete) mehr entbündelte Leitungen in Österreich. "Die Tarifstreichung hat den nicht unerwünschten Nebeneffekt, dass sich die Entbündelung für alternative Anbieter besser rechnet, weil das Niveau der TA-Grundgebühr steigt", sagte Serentschy.

15.000 Leitungen entbündelt

In Österreich wurden seit Beginn der Telekom-Regulierung bisher nur 15.000 (Stand Ende Juni) Leitungen – vor allem zu Geschäftskunden, kaum jedoch zu Privaten – entbündelt. In Deutschland sind vergleichsweise bereits 3 Mio. Leitungen entbündelt, so Serentschy: "Da ist in Österreich noch gewaltiges Potenzial drin."

Die Entbündelung ermöglicht alternativen Telefonanbietern den Zugang zur so genannten "letzten Meile", also direkt zum Telefonkunden, der damit nicht mehr ausschließlich auf einen Anschluss der TA angewiesen ist. Bei einer Entbündelung mieten sich alternative Anbieter im Wählamt der TA ein, dort wird der Endkundenanschluss (last mile) statt ins Netz der TA auf jenes des Alternativen umgeleitet. Alternative Anbieter hatten bisher jedoch häufig kritisiert, die Infrastrukturkosten für die Entbündelung von Telefonkunden seien zu hoch und die Entbündelung damit zu teuer.

Nur zwei Prozent der Breitbandanschlüsse

Die Entbündelung der Leitungen wäre auch für breitbandige Dienste wichtig, meint Serentschy. Bisher sind laut Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) aber nur 2 Prozent aller österreichischen Breitbandanschlüsse entbündelt.

Die Streichung des TA-Minimumtarifs war in der Telekombranche auf herbe Kritik gestoßen. Der Regulator hatte die Streichung genehmigt, da der Tarif auf Grund der rückläufigen Zahl der Festnetzanschlüsse nicht mehr kostendeckend war. Die Abschaffung des Tarifs sei vom Regulator auf Kostenorientierung, Erschwinglichkeit und Wettbewerbsrecht geprüft worden, begründete Serentschy die Entscheidung.(APA)

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    Der oberste Telekom-Regulator, Georg Serentschy.

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