Hoch dotierter Forschungspreis für Heidelberger Krebsexperten

6. August 2003, 18:20
posten

Studien zum programmierten Zelltod

Heidelberg - Für seine Studien zum programmierten Zelltod erhält der Heidelberger Professor Peter Krammer den mit 250.000 Euro dotierten Lautenschläger-Forschungspreis. Der Wissenschafter des Deutschen Krebsforschungszentrums untersucht seit Jahren, wie sich Krankheiten besser behandeln lassen, die auf einer Fehlfunktion der so genannten Apoptose basieren. Normalerweise dient dieser Mechanismus der Beseitigung von Zellen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, überflüssig geworden sind oder Fehler im Erbgut aufweisen.

Viele Krankheiten sind aber darauf zurückzuführen, dass der eigentlich als Schutzmechanismus gedachte Zelltod entgleist. So wird bei Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall, Rückenmarkverletzungen, Aids, Parkinson oder Alzheimer häufig eine zu starke Apoptose-Aktivität beobachtet, die zu einem unkontrollierten Untergang von Gewebe führt. Umgekehrt ist eine zu geringe Zelltod-Aktivität ein zentrales Problem von Krebsleiden und so genannten Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Abwehrsystem gegen den eigenen Körper richtet.

Den Preis wird Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn am 10. Oktober überreichen. Die Festrede soll der spanische Schriftsteller und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Jorge Semprun, halten. (APA/AP)

Share if you care.