SPÖ und ÖVP schaffen in Umfrage gemeinsam keine 50 Prozent

14. September 2013, 10:18
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Grüne stagnieren auf recht hohem Niveau - Opposition profitiert von TV-Auftritten

Wien - Die Koalitionsparteien kommen in einer am Samstag von den Bundesländerzeitungen veröffentlichten Spectra-Umfrage gemeinsam nur noch auf 49 Prozent: Die SPÖ hält zurzeit bei 26 (August 2013: 27), die ÖVP bei 23 Prozent (August: 25). In der Kanzlerfrage liegt ebenfalls SPÖ-Chef Werner Faymann mit 28 Prozent vor ÖVP-Obmann Michael Spindelegger mit 21 Prozent. Zulegen konnten die Mitte-rechts-Parteien, die Grünen stagnieren bei 13 Prozent (August: 14).

Das Team Stronach liegt in der Spectra-Umfrage mit 9 Prozent um zwei Prozentpunkte besser als noch im August und dies trotz der von Parteigründer Frank Stronach ausgelösten "Todesstrafe für Berufskiller"-Debatte. Die Freiheitlichen konnten von Monat zu Monat zulegen und erreichen nun 20 Prozent. Zehn Prozent würden Parteichef Heinz-Christian Strache zum Bundeskanzler wählen. Das BZÖ profitiert offensichtlich von Parteiobmann Josef Buchers Fernsehauftritten und hat mit vier Prozent eine Chance, im Parlament zu bleiben. Trotz guter Werte für Parteichefin Eva Glawischnig (14 Prozent in der Kanzlerfrage), zeigt der Trend für die Grünen (13 Prozent) im Vergleich zu August (14) nun leicht nach unten.

Nur 33 Prozent für Große Koalition

Die beliebteste Koalitionsvariante ist ÖVP-SPÖ-Grüne, 37 Prozent sprechen sich hierfür aus. Weiterhin eine Große Koalition wollen nur 33 Prozent. 19 Prozent begrüßen die Variante SPÖ-Grüne und nur sieben Prozent ÖVP-Grüne. Schwarz-Blau kommt nur für sechs Prozent infrage, ÖVP-SPÖ-FPÖ für acht Prozent. In der Frage "Von welchem Spitzenkandidaten haben Sie eher keine gute oder eher eine gute Meinung?" schnitt Faymann am besten ab (52 Prozent positiv), Strache am schlechtesten (70 Prozent negativ), gefolgt von Stronach (67 Prozent negativ). Das Meinungsforschungsinstitut Spectra hat in den vergangenen Tagen 700 Wahlberechtigte befragt. Die maximale Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 3,8 Prozent.

Das Institut Gallup (für die Tageszeitung "Österreich", 400 Befragte) sieht die SPÖ in der "Sonntagsfrage" bei 28 Prozent, die ÖVP bei 25 Prozent und die FPÖ ebenfalls bei 20 Prozent. Die Grünen kommen in dieser Umfrage auf 15 und das Team Stronach auf sieben Prozent. Die NEOS erreichen drei Prozent, Piraten und BZÖ nur je ein Prozent.

Ganz ähnliche Werte weisen die Daten der Karmasin Motivforschung für das Nachrichtenmagazin "profil" laut einer Vorabmeldung aus. Auch hier erreicht die SPÖ 28 Prozent, die ÖVP 25 und die FPÖ 20 Prozent. Die Grünen kommen auf 15, das Team Stronach auf sechs Prozent. Das BZÖ liegt bei zwei und die NEOS bei drei Prozent. In der Kanzlerfrage liegt Faymann bei 21 Prozent und Spindelegger bei 16 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche verlieren die beiden Spitzenkandidaten damit, Faymann einen Prozentpunkt, Spindelegger zwei. Glawischnig legte um sechs Prozentpunkte zu auf 15 Prozent, ebenso kommt Strache auf 15 Prozent (plus 1). Stronach erreicht sechs Prozent (plus 2) und Bucher zwei Prozent (minus 1).

Karmasin hat außerdem herausgefunden, dass 66 Prozent der Österreicher Stronach nicht auf einem wichtigen Politiker-Posten wollen. 64 Prozent finden, die TV-Auftritte hätten dem früheren Magna-Chef geschadet, zehn Prozent glauben, sie hätten ihm genutzt. Nur elf Prozent geben an, von den anderen Vertretern im Team Stronach einen guten Eindruck zu haben, 51 Prozent haben einen schlechten Eindruck. 24 Prozent kennen nur den Parteichef. (APA, 14.9.2013)


Mehr zu Wahlumragen und der Methodik dahinter im derStandard.at-Blog Umfragencheck.

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