Was bei der "Elite" auf dem Konto landet

13. September 2013, 17:00
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Rund vierzigmal mehr als durchschnittliche Angestellte: Im weltweiten Vergleich erhalten Spitzenmanager rund 1,4 Millionen Euro Jahresbrutto

Die offiziellen Einkommen der Spitzenmanager in den Weltkonzernen wurden erneut erhoben: Das weltweite Durchschnittsgehalt eines Vorstands in einem Konzern mit mehr als 100.000 Mitarbeitern beträgt 1,35 Millionen Euro brutto pro Jahr. Dieser Betrag teilt sich annähernd gleich in 660.000 Euro Grundgehalt und 690.000 Euro Bonus auf. Die Grundgehälter stiegen durchschnittlich um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Gesamtgehälter inklusive Bonus erhöhten sich im Schnitt um 3,5 Prozent.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Personalberatung Pedersen & Partners unter 1700 Vorständen in 330 Unternehmen in 17 Ländern.

Die untersuchten Führungskräfte dieser Studie sind Generaldirektoren und Vorstandsmitglieder internationaler Konzerne mit durchschnittlich 129.000 Mitarbeitern, einem Umsatz von 40 Milliarden Euro und einem Unternehmensgewinn von 3,9 Milliarden Euro.

1,5 Millionen neue Jobs

Diese Unternehmen stellen die sogenannte Elite der Weltkonzerne dar. Viele der Unternehmen können auf ein erfolgreiches letztes Geschäftsjahr zurückblicken. Im Schnitt steigerten sie Umsatz und Gewinn um jeweils sechs Prozent und schufen weltweit mehr als 1,5 Millionen neue Jobs in den vergangenen zwölf Monaten, wodurch die Zahl ihrer Mitarbeiter um durchschnittlich 3,5 Prozent stieg.

"Die Größe des Verantwortungsbereichs ist der Schlüsselfaktor bei der Bestimmung der Managergehälter", sagt Conrad Pramböck, Leiter des Bereichs Compensation Consulting bei Pedersen & Partners und Leiter der Studie. "Die Vergütungen der Vorstände in den Top-100-Unternehmen in Europa und in den USA liegen durchschnittlich siebenmal höher als die Bezüge eines Geschäftsführers in einem mittelständischen Unternehmen und 40-mal höher als das Durchschnittsgehalt eines Angestellten."

Zum Vergleich: In Österreich verdienen Pramböck zufolge Geschäftsführer in Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern durchschnittlich 183.700 Euro brutto pro Jahr inklusive Bonus. Ein vollzeitbeschäftigter Angestellter erzielt ein durchschnittliches Einkommen von rund 35.000 Euro brutto pro Jahr.

Das durchschnittliche Gesamtgehalt der Vorstände in großen Konzernen ist in den meisten westlichen Ländern sehr ähnlich. Ob in Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder den USA: Die Vergütungen inklusive des Jahresbonus betragen im Schnitt zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro brutto pro Jahr.

Zusätzlich zum Cashgehalt erhalten jedoch US-amerikanische Manager Long-Term-Incentives, meistens in Form von Stock-Options, die im Schnitt einen Wert von 393.100 Euro haben. Die Stock-Options westeuropäischer Topmanager sind mit durchschnittlich 76.500 Euro pro Jahr im Vergleich dazu deutlich geringer bewertet.

Große Asymmetrien

Global betrachtet, ist die Vorstandsvergütung nach wie vor am höchsten in den USA und in Westeuropa. "Die Bestverdiener in den Emerging Markets wie China, Indien oder Südafrika erzielen schon jetzt vergleichbar hohe Gehälter wie Manager in westlichen Ländern.

Im Schnitt liegen die Vorstandsbezüge in diesen Ländern jedoch noch unter dem Niveau von Westeuropa oder den USA", sagt Pramböck.

Die Gehälter der Vorstände steigen derzeit im Schnitt zwischen vier und fünf Prozent in westlichen Ländern - das deckt sich mit anderen Einkommenserhebungen anderer Beraterhäuser) und zwischen sieben und zehn Prozent in Emerging Markets.

"Internationale Vergleiche von Vorstandsgehältern sollten immer mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden", erläutert Conrad Pramböck. "China zum Beispiel ist ein riesiges Land mit einer großen Vielfalt an Gehaltsniveaus. Die Gehälter in Schanghai, Hongkong oder Guangzhou liegen auf ähnlichem Niveau wie jene in Westeuropa, während andere Regionen weit darunter zahlen." (kbau, Management STANDARD, 14./15.9.2013)

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    grafik: standard, foto: ap
  • Conrad Pramböck: Topvorstände verdienen rund siebenmal so viel wie Geschäftsführer im Mittelstand.
 
    foto: pedersen & pedersen

    Conrad Pramböck: Topvorstände verdienen rund siebenmal so viel wie Geschäftsführer im Mittelstand.

     

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