VÖZ fordert Schranken für Digitalangebote des ORF - Vermarktung in TVthek gestartet

13. September 2013, 16:28
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Reaktion auf Strategiepapier des öffentlich-rechtlichen Senders - Kritik an Ski-WM-App

Das Strategiepapier des ORF stößt beim Verband Österreichischer Zeitungen auf Skepsis. Der VÖZ warnt davor, die Schranken bei den digitalen ORF-Angeboten noch weiter aufzumachen und dadurch den Wettbewerbsvorteil gegenüber privaten Medienhäusern zu vergrößern. Der ORF habe in den vergangenen Jahren sein digitales Angebot unter beträchtlichen Investitionen mit Gebührengeldern ausgebaut und sich dadurch für die Werbevermarktung einen wettbewerbsverzerrenden Vorteil verschafft, heißt es in einer Mitteilung des VÖZ.

Schnell ging der ORF jedenfalls bei der Vermarktung der TVthek vor. Nur wenige Stunden nach dem Beschluss des Tarifwerkes im ORF-Stiftungsrat wurde Freitag, 0.00 Uhr, ein Banner des Mobilfunk-Anbieters "Drei" freigeschaltet. Ab November sollen die Werbemöglichkeiten in der TVthek nach einem Refreshment noch erweitert werden.

Kritik an App zur Ski-WM

Auch die Ankündigung, nach der von der KommAustria als gesetzwidrig beanstandeten Ski-WM-App und der kürzlich lancierten Wahl-App nun wieder eine App zum Skiweltcup zu planen, schieße über das Ziel hinaus. "Mit der Fülle an gebührenfinanzierten Apps gefährdet der ORF neue Geschäftsfelder für private Anbieter, die diese über den Markt finanzieren müssten", sagt VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.

"Vom öffentlich-rechtlichen Auftrag braucht man im Zusammenhang mit der Ski-WM-App nicht zu reden. Hier dominieren rein kommerzielle Interessen. Im Interesse eines wirtschaftlich gesunden, dualen österreichischen, Werbemarktes braucht es eindeutige gesetzliche Spielregeln und einen ORF, der bereit ist, diese einzuhalten", betont der VÖZ-Präsident.

Ausweitung des Online-Sportangebots beantragt

Idente Inhalte auf App und Online-Angebot - wie bei der Wahl-App - soll es auch rund um die Ski-Weltcup-App des ORF geben, das Online-Sport-Angebot deshalb um Ski-Weltcup-Inhalte erweitert werden. Einen Antrag bei der KommAustria hat der ORF bereits eingebracht. Bei der KommAustria beurteilt man diese Vorgangsweise als "aus heutiger Sicht und nach einer Erstprüfung unproblematisch".

Reglementierungen nötig

Die digitalen Vorhaben sprengen laut VÖZ den im ORF-Gesetz festgelegten Auftrag. "Wer Gebührenmittel erhält und noch dazu deren Aufstockung fordert, muss sich auch Reglementierungen unterwerfen, um den Wettbewerb nicht weiter zu verzerren", sagt VÖZ-Präsident Thomas Kralinger.

Nach Ansicht des VÖZ gehört der ORF zu privilegierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Europa. In der Regel seien öffentlich-rechtliche digitale Angebote werbefrei und die Vermarktung bleibe den Privaten vorbehalten. Beispiel ARD und ZDF, für beide gilt ein Werbe- und Sponsoring-Verbot im Onlinebereich. (red/APA, derStandard.at, 13.9.2013)

  • Jetzt auch mit Werbung: ORF-TVthek
    foto: screenshot tvthek.orf.at

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