Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen

13. September 2013, 11:25
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Ludwigsburg - Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll hat die Bedeutung der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen für die Bekämpfung des Rechtsextremismus betont. Die gesammelten Informationen über das düstere Kapitel unserer deutschen Vergangenheit seien eine wichtige Mahnung für Politik und Gesellschaft im gegenwärtigen Kampf gegen die wachsende rechte Gewalt, sagte der FDP-Politiker am Dienstag in Stuttgart bei der Amtseinführung des neuen Leiters der Zentralstelle, Kurt Schrimm.

Von ihrer Gründung im Jahr 1958 bis April 2013 hat die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen 7485 Vorermittlungsverfahren eingeleitet, von denen über 7.000 abgeschlossen wurden. Sie lieferte Material für etliche NS-Verfahren, darunter die Auschwitz-Prozesse in den 60er-Jahren in Frankfurt, der Majdanek-Prozess in Düsseldorf sowie der Demjanjuk-Prozess in München.

Leiter der von den Ländern finanzierten Behörde, die derzeit über 18 Mitarbeiter verfügt, ist seit 2000 der Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm. Die Zentralkartei enthält rund 1,66 Millionen Karteikarten, die nach Personen, Tatorten und Einheiten gegliedert sind. außerdem gibt es eine Dokumentensammlung, die über eine halbe Million Kopien enthält. (red/APA, 13.0.2013)

 

  • Archivarin Melanie Wehr bei der Arbeit (Archivbild).
    foto: ap photo/thomas kienzle

    Archivarin Melanie Wehr bei der Arbeit (Archivbild).

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