"R.E.D. 2": Die keine Ruhe geben können

12. September 2013, 17:55
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Ein Sequel klassischer Agenten-Action: Bruce Willis & Co. in Dean Parisots "R.E.D. 2"

Wien - Während sich zurzeit vor allem junge Frauen in populären Serienverfilmungen von Jugendromanen durch Fantasywelten prügeln, verlassen sich die alten Männer nach wie vor lieber auf den klassischen Actionfilm. Mit der Gewandtheit von Jennifer Lawrence in Die Tribute von Panem oder der Agilität von Lily Collins in Chroniken der Unterwelt können die Haudegen natürlich nicht mithalten, doch wenigstens das angestammte Herrschaftsgebiet soll mit entsprechender Ironie hartnäckig verteidigt werden.

Doch der Kampf tobt auch innerhalb der eigenen Reihen: Unlängst ließ Sylvester Stallone über Twitter verlautbaren, dass er dem dritten Teil seines Expendables-Franchise freudig ohne Bruce Willis entgegenblicke, weil dieser "faul" sei und nunmehr durch Harrison Ford ersetzt werde. Willis wiederum wird dieser Zuschreibung insofern nicht gerecht, als er neben seiner Stirb langsam-Ewigserie nun bereits den zweiten Teil von R.E.D. vorlegt, einen Film über ausrangierte Geheimdienstler, die von den eigenen Organisationen partout nicht in Ruhe gelassen werden, solange sie mitsamt ihrem Wissen nicht zu Grabe getragen worden sind.

R.E.D. steht für "Retired Extremely Dangerous", also "im Ruhestand und extrem gefährlich", und sollte es eine Filmhandlung geben, ist sie hiermit bereits geschildert. Irgendwie geht es dann aber doch um eine Superbombe, die noch während des Kalten Kriegs von Anthony Hopkins als Superwissenschafter gebaut wurde, was dem Eliteteam Ausflüge mit entsprechenden Schauwerten nach London, Paris und schließlich Moskau erlaubt. Zu diesem Zeitpunkt ist R.E.D. 2 längst festgefahren wie ein Karren, bei dem alle paar Minuten vergeblich der Motor aufheult. Als Willis' Sidekick tritt wieder John Malkovich auf, dessen Verschrobenheit für gute Laune zwischen den unzähligen Schlägereien sorgen soll - eine zunehmend undankbare Rolle.

Selbstironie nützt nichts

Das Gute an der Regieführung von Dean Parisot (Galaxy Quest) ist aber, dass sie einem ausreichend Zeit lässt, sich zum Beispiel jener filmhistorischen Anekdote zu erinnern, der zufolge ein Westerndreh mit Robert Taylor unterbrochen wurde, weil Taylor auf den Mustern alt aussah. Das Studio wollte den Kameramann austauschen, doch Regisseur Robert Parrish meinte zu seinem Produzenten, er wisse, warum Taylor alt aussehe: "Weil er alt ist." Nur wer wie Bruce Willis über genügend Selbstironie verfügt, kann sich über eine solche Tatsache hinwegsetzen. Lustiger wird das Ergebnis deshalb nicht.   (Michael Pekler, DER STANDARD, 13.9.2013)

  • Gut bemützt im kalten Moskau: Bruce Willis und Sidekick John Malkovich in "R.E.D. 2".
    foto: concorde

    Gut bemützt im kalten Moskau: Bruce Willis und Sidekick John Malkovich in "R.E.D. 2".

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