App soll Frauen in Gewaltbeziehungen helfen

10. September 2013, 12:22
33 Postings

Applikation kann auch Übergriffe dokumentieren - Download für Android, iOS-Version folgt

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ)  am Dienstag die Gratis-App "Fem Help", die Beratung und Informationen für Frauen in Notsituationen anbietet, präsentiert. Sie beinhaltet neben Notrufnummern und Informationen zu Beratungsstellen auch die Möglichkeit zur privaten, passwortgeschützten Dokumentation von Übergriffen durch Beziehungspartner oder Familienmitglieder.

Hilfestellung

"Die App ist ein Zusatzinstrument für Frauen, um sich aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien und sich zu informieren", erklärte Heinisch-Hosek den Zweck. Man wolle durch die Verfügbarkeit einer Smartphone-App eine niedrige Einstiegsschwelle für Frauen anbieten. "'Fem Help' wurde in enger Zusammenarbeit des Frauenministeriums mit Experten entwickelt und ist den Bedürfnissen von Frauen in Notsituationen angepasst", führte die Ministerien aus.

"Es geht aber nicht nur um Hilfe, auch um Dokumentation", so Heinisch-Hosek. "Fem Help" bietet deshalb Gewaltopfern neben umfangreichen Informationen zu Helplines und Frauenhäusern in der Nähe die Möglichkeit, durch einen privaten, per PIN geschützten Bereich der App Übergriffe durch ihre Partner mittels eines kurzen Fragebogens zu dokumentieren. Dabei können von den Userinnen neben der Art des Übergriffs und einer kurzen Beschreibung der Situation auch Bilder oder Tonaufnahmen angelegt werden. Diese Dokumentationen können durch Hochladen ins Internet gesichert werden, falls das Handy verloren oder durch den Partner weggenommen oder zerstört wird. Diese Dokumentationen können für Frauen bei Verhandlungen über Scheidung oder Sorgerecht gegen gewalttätige Partner unterstützend sein.

Verfügbarkeit

Die App ist derzeit bereits für das Betriebssystem Android verfügbar, die Freischaltung für Apples iOS soll laut Ministerium in den nächsten Tagen folgen. "Fem Help" ist kostenlos und wird in seiner momentanen Version auf Deutsch angeboten. Eine Erweiterung auf andere Betriebssysteme und Sprachen ist laut Ministerin Heinisch-Hosek als ein nächster Schritt geplant. (APA, 10.09.13)

  • Artikelbild
    screenshot: bundeskanzleramt
Share if you care.