Chemiewaffeneinsatz: "Starke Hinweise" auf Verantwortung der Armee

10. September 2013, 09:20
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Menschenrechtsorganisation legt Bericht zu Angriffen vor

New York/Damaskus - Die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch hat der syrischen Führung die Schuld für die tödlichen Chemiewaffenangriffe bei Damaskus am 21. August gegeben. Die Organisation präsentierte am Dienstag einen 22-seitigen Bericht, dem zufolge die vorliegenden Informationen "starke Hinweise" für die Verantwortung der Armee von Machthaber Bashar al-Assad enthalten. Human Rights Watch stützt sich dabei auf die Auswertung von Zeugenaussagen, die Überreste der eingesetzten Waffen und die medizinischen Symptome der Opfer.

"Raketentrümmer und die Symptome der Opfer der Angriffe in der Region Ghuta vom 21. August geben deutliche Hinweise auf die verwendeten Waffensysteme", sagte der Krisendirektor Peter Bouckaert. "Die Hinweise deuten stark darauf hin, dass an diesem schrecklichen Morgen syrische Regierungstruppen Raketen mit chemischen Sprengköpfen in die Vororte von Damaskus abfeuerten." Es sei bekannt, dass nur die syrische Armee die eingesetzten Raketen und Abschussvorrichtungen besitze und verwende.

Laut der Organisation wurden zwei Raketentypen eingesetzt: eine 330-Millimeter-Rakete mit einem Sprengkopf, der eine große Menge chemischer Kampfmittel transportieren kann, und eine 140-Millimeter-Rakete, die einen Sprengkopf mit 2,2 Kilogramm des Nervengases Sarin befördern kann. Die US-Regierung wirft Assad vor, bei dem Giftgaseinsatz mehr als 1.400 Menschen getötet zu haben. Sie plant daher eine militärische Intervention in Syrien. (APA, 10.9.2013)

  • Der Bericht von Human Rights Watch als PDF.

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