Alle Postings auf einen Blick

9. September 2013, 18:43
15 Postings

Neues Portal will Diskussion mit Politikern fördern - und Mandatare zu Online-Aktivitäten animieren

Wien - Obama und Merkel sind hier nicht willkommen - wohl aber jeder österreichische Bürgermeister: Im neuen Politikerportal politikeronline.at will der Politikwissenschafter Peter Filzmaier dokumentieren, zusammenfassen und zugänglich machen, was österreichische Politiker in sozialen Netzwerken posten.

404 Politikerprofile hat die Plattform bis Montagnachmittag zusammengeführt - und ist für weitere Vorschläge offen. Wobei die Plattformbetreiber versprechen, jedes Profil auf Plausibilität und womöglich Authentizität zu überprüfen: Wenn also ein Posting von Gabriele Heinisch-Hosek erscheint, dann ist es wirklich von ihr (oder zumindest von der Person, die die Frauenministerin mit der Pflege ihres Profils betraut hat).

Die Plattform ermöglicht auch, gezielt Postings zu bestimmten Bereichen auszuwählen - wobei ein Klick auf "ÖVP" nicht nur Postings schwarzer Politiker bringt, sondern auch die Vorwürfe des Grünen-Madatars Werner Kogler, der auf Facebook gepostet hat: "Die #spindelegger-ÖVP ist moralisch #abgesandelt!"

Klickt man weiter, landet man auf Koglers Facebook-Seite - hält man sich dagegen an die Hashtags, kommt man zu Postings ad Spindelegger oder zu einer Postingsammlung, die das von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl kreierte Unwort des Wahlkampfs aufgreift.

Artig bedankt

Folgt man einzelnen Politikern, so stößt man womöglich sogar auf Diskussionen untereinander - etwa wenn sich der ÖVP-Mann Michael Ikrath artig dafür bedankt, dass SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger anerkennt, dass er (als einer der wenigen seiner Partei) Twitter nicht bloß als Kanal für Aussendungen verwendet, sondern dort tatsächlich diskutiert.

Als wichtiges Feature bietet die Plattform die Möglichkeit, für jeden Politiker die Website, die Facebook- und Twitter-Profile und auch die direkte E-Mail anzuklicken. Filzmaier: "Das Motto lautet ,Sprich mit deinem Politiker'. Die Nationalratswahl wird als Startrampe nutzen." Diese stehe bei dem Projekt jedoch nicht im Mittelpunkt.

Derzeit dürften nur rund 20 Prozent der Mandatare im Social Web aktiv sein, die neue Plattform soll daher auch zur Aktivität animieren. Entwickelt wurde sie von OGM und der Tochterfirma web2watch in Zusammenarbeit mit Filzmaiers Institut für Strategieanalysen (ISA). Die Projektkosten liegen bei rund 100.000 Euro aus Eigenfinanzierung von Wolfgang Bachmayers Marktforschungsinstitut OGM. Ab 2014 will man sich "refinanzieren" - über Werbung, Beiträge von Ministerien oder einzelnen Politikern; nicht aber über eine direkte Beteiligung der politischen Parteien. (cs, DER STANDARD, 10.9.2013)

  • Eine Dialogplattform, die vor allem jungen Menschen Lust auf die Diskussion über Politik und mit Politikern machen soll: "politikeronline.at".

    Eine Dialogplattform, die vor allem jungen Menschen Lust auf die Diskussion über Politik und mit Politikern machen soll: "politikeronline.at".

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