"My Sound of Music": Neues Musikfilmfestival für Salzburg

9. September 2013, 15:48
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Viertägiges Programm ab Donnerstag - Leiterin Selina Nowak: "Mit Filmen große gesellschaftspolitische Themen ansprechen"

Salzburg - In Salzburg feiert am kommenden Donnerstag ein neues Musikfilm-Festival Premiere. "My Sound of Music" zeigt dabei im Salzburger Filmkulturzentrum "Das Kino" und an verschiedenen anderen Standorten keine klassischen Band-Dokus, Musikerporträts oder Konzertmitschnitte, erzählt werden sollen vielmehr die großen Geschichten hinter der Musik, so Festivalleiterin Selina Nowak. "Uns geht es darum, Filme zu zeigen, die große soziopolitische Themen ansprechen. Wer Musikkultur porträtiert, porträtiert auch die Gesellschaft, in der sie entsteht."

Unter dem Thema "Musik als politisches Ausdrucksmittel" zeigt das Festival zum Auftakt etwa die preisgekrönte Dokumentation "Blut muss fließen", in der ein Journalist jahrelang mit versteckter Kamera auf Neonazi-Konzerten gefilmt hat - nicht nur in Deutschland, auch in Österreich. "The Black Power Mixtape 1967-1975" beschäftigt sich hingegen mit der Black-Power-Bewegung in den USA - und wie Musik und Reden aus dieser Zeit in der Musik- und Remixkultur von heute weiterleben.

Genderfragen und globale Musik

Mit Genderfragen und globaler Musik haben die beiden Dokus "At Night They Dance" - einem Porträt eines kleinen, familiären Bauchtanz-Unternehmens in Ägypten - und "I'm Ugly But Trendy" zu tun. Letzterer beschäftigt sich mit weiblichen Rapperinnen in Brasilien, die nicht nur über den Alltag in den Favelas, sondern offen über Sex reimen. Der letzte Programmschwerpunkt konzentriert sich auf Volksmusik im 21. Jahrhundert. "Orvuse On Oanwe" zeigt etwa die Lebensgeschichten der letzten Wiener Dudlerinnen und einer singenden Wirtin, das skurrile Doku-Musical "Eisenwurzen" handelt vom Leben einer einst blühenden, ländlichen Bergbau-Region.

Filmmatinee und Workshops

"Die Filme erlauben alle einen niedrigschwelligen Zugang zu schwierigen oder komplexen Themen", so Nowak, die das Festival gemeinsam mit einem sechsköpfigen Team junger Kulturschaffender ausrichtet. "My Sound of Music" beschränkt sich dabei nicht alleine auf das Zeigen von Filmen, sondern bietet im Begleitprogramm eine Filmmatinee, Konzerte und Workshops. Zugleich finden zwei Vorlesungen statt, eine über Musikvideos, die andere über globale Musik in Zeiten von Internet. "Sie zeigt, wie sich der globale Süden der Weltmusikproduktion widersetzt, indem er nicht für westliche Märkte produziert", so Novak. (APA, 9.9.2013)

"My Sound of Music", von 12. bis 15. September im Salzburger Filmkulturzentrum "Das Kino" und an verschiedenen Standorten in der Stadt.

  • Das Doku-Musical "Eisenwurzen" handelt vom Leben einer einst blühenden, ländlichen Bergbau-Region.
    foto: my sound of music | musikfilm-festival salzburg

    Das Doku-Musical "Eisenwurzen" handelt vom Leben einer einst blühenden, ländlichen Bergbau-Region.

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