Wohnimmobilien dominieren Grazer Projektpipeline

9. September 2013, 08:24
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Graz-Mitte bekommt Forschungsturm

Graz - "Ein Büroimmobilienmarkt ist in größeren Dimensionen in Graz nicht vorhanden. Das war er noch nie - und das hat sich in den letzten Jahren auch nicht geändert", konstatiert Gerald Gollenz, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Steiermark. Die klaren Worte, die Gollenz für den Grazer Markt findet, sind wenig überraschend, denn selbst während der Boomzeiten an den Immobilienmärkten galt die Stadt als äußerst schwierig und konservativ.

Einen der wenigen Büroneubauten errichtet die ARE derzeit für die Grazer Polizei in der Straßgangerstraße. Hier entstehen rund 7000 Quadratmeter Büroflächen sowie eine Raumschießanlage im Dachgeschoß. Der bisherige Standort in der Paulustorgasse 8, ebenfalls ein Gebäude der ARE, wird dafür zum größten Teil aufgegeben. Zwar behält sich die Landespolizeidirektion einen nicht näher definierten Gebäudeteil, der größere Teil wird jedoch nach dem Umzug leerstehen. Derzeit laufen die Nachnutzungsüberlegungen für den Altstandort.

Viel Wohnen auf Reininghausgründen

Deutlich lukrativer, weil massiv nachgefragt, ist allerdings der Wohnbaubereich. Entsprechend großen Stellenwert hat das Wohnimmobiliensegment auch bei Neubauprojekten und in Stadtentwicklungsgebieten. Der Verkaufsprozess der Reininghausgründe läuft beispielsweise auf Hochtouren, wie Vorstand Bernhard Astner sagt: "Etwa die Hälfte der 350.000 Quadratmeter bebaubarer Fläche sind verkauft, größtenteils an Wohnbauträger und gemeinnützige Genossenschaften." Dementsprechend wird auch der Nutzungsmix aussehen: "Der überwiegende Teil der Fläche wird für Wohnen genutzt werden, daneben wird es auch Bereiche für Büro- und Gewerbe geben", so Astner.

Auch im nördlichen Teil des Stadtentwicklungsgebietes Graz-Mitte, zu dem auch die Reininghausgründe zählen, liegt der Schwerpunkt auf Wohnen: Im Zielgebiet Smart City, einem Teilbereich des Stadtentwicklungsgebietes mit knapp 50 Hektar, soll neuer Wohnraum für etwa 3500 Menschen geschaffen werden. Außerdem bekommt der neue Stadtteil auch ein markantes Bauwerk: Bis 2017 entsteht hier der Science Tower. "Der Turm wird ein Forschungsstandort für Green Technologies werden. Gleichzeitig entsteht auch eine Energiezentrale, die die Versorgung für das gesamte Quartier vollkommen energieautark gewährleisten soll", sagt Bertram Werle, Vorstand der Stadtbaudirektion Graz. Etwa 24 Millionen Euro investiert das Forschungszentrum für integrales Bauwesen (Fibag) demnach in die Errichtung des Turmes. (biti, DER STANDARD, 7.9.2013)

  • Markanter Blickfang: der geplante Science Tower auf dem Smart-City-Areal.
    visualisierung: architekt pernthaler

    Markanter Blickfang: der geplante Science Tower auf dem Smart-City-Areal.

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