Kapitalerhöhung: Uniqa-Aktienkurs schwächelt

9. September 2013, 15:24
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Bis zu 800 Millionen Euro sollen noch heuer eingesammelt werden. Altaktionäre ziehen nicht mit

Wien - An der Wiener Börse ist die Ankündigung der Uniqa, noch heuer das Kapital um bis zu 800 Millionen Euro zu erhöhen, gar nicht gut angekommen. Im Wiener Prime Market gerieten Uniqa-Aktien im Tagesverlauf mit fast drei Prozent ins Minus und damit unter Verkaufsdruck, und das völlig entgegen den positiven Branchentrend der Versicherer.

Altaktionäre behalten Mehrheit

Mit den Einnahmen will Uniqa den Streubesitz von derzeit nur sieben Prozent deutlich auf rund 30 Prozent erhöhen und die Kapitalbasis stärken. Die drei Großaktionäre Raiffeisen (45,3 Prozent), Austria Privatstiftung (44,1 Prozent) und Collegialität Privatstiftung (3,3 Prozent) werden laut Uniqa ihre Bezugsrechte nicht ausüben. Sie wollen aber die Mehrheit behalten.

"Das geplante Re-IPO wird ein zentraler Meilenstein für Uniqa", sagte Konzernchef Andreas Brandstetter. Bisher hatte die Börsennotiz für den zweitgrößten Versicherer Österreichs nur eine Nebenrolle gespielt. Das will Brandstetter ändern und das Unternehmen mehr am Kapitalmarkt ausrichten.

Der genaue Zeitpunkt für die Kapitalaufstockung hänge vom Marktumfeld ab. In der Regel vergehen von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz jedoch rund vier Wochen. Koordiniert und organisiert wird der Börsengang von der Deutschen Bank, Morgan Stanley und der Raiffeisen Centrobank. Bei der Platzierung der Aktien helfen auch Barclays, Berenberg und UBS.

Ehrgeizige Ziele

Brandstetter will den Vorsteuergewinn der Uniqa bis 2015 auf 550 Millionen Euro steigern, im vergangenen Jahr waren es 205 Millionen Euro. Bis 2015 könnte der Versicherer elf Millionen Kunden haben, bis 2020 sollen es 15 Millionen werden. Ende Juni zählte die Uniqa, die in 20 mittel- und osteuropäischen Ländern tätig ist, rund neun Millionen Kunden.

Die Verischerung kündigte Montagfrüh an, ihr Kapital noch heuer um 700 bis 800 Millionen Euro zu erhöhen. Mit der Kapitalerhöhung solle die Kapitalbasis gestärkt werden, um die Umsetzung des Strategieprogramms Uniqa 2.0 fortzusetzen und um strategische Flexibilität für das weitere Wachstum zu haben, sagte Brandstetter.

Brandstetter übernahm vor rund zwei Jahren den Uniqa-Chefsessel. Sein Ziel war es, die Aktionärsbasis zu vergrößern. Zusätzlich trennte er sich von nicht dem Kerngeschäft entsprechenden Beteiligungen wie Hotels und dem Medienbereich ("Kurier" etc.) und verkaufte die deutsche Mannheimer Versicherung. (Reuters/cr, derStandard.at, 9.9.2013)

  • Uniqa-Chef Andreas Brandstetter holt sich noch heuer hunderte Millionen von internationalen Investoren.
    foto: reuters

    Uniqa-Chef Andreas Brandstetter holt sich noch heuer hunderte Millionen von internationalen Investoren.

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