"Tatort" Berlin nutzt den Überwachungsstaat: Top oder Flop?

    Ansichtssache12. Mai 2013, 20:08
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    In "Gegen den Kopf" wird jugendlichen Kriminellen das Handwerk gelegt

    foto: orf/ard/frédéric batier

    Zwei Jugendliche belästigen in der Berliner U-Bahn einen gehbehinderten Mann. Der 38-jährige Mark Haessler (Enno Kalisch) schreitet in den Streit ein und wird wenig später auf dem U-Bahnsteig Schönleinstraße in Berlin-Kreuzberg tot geprügelt aufgefunden. Die Hauptkommissare Till Ritter (Dominic Raacke) und Felix Stark (Boris Aljinovic) versuchen anhand von Zeugenaussagen, Mobilfunknetzen sowie Verkehrs- und Sicherheitsüberwachungen zu rekonstruieren, ob die Verdächtigen tatsächlich die Täter waren.

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    Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" kritisiert, dass die Geschichte "dicht, aber ohne nennenswerten Spannungsbogen" erzählt wird und nicht wirklich auf die Ursachen des jugendlichen Gewaltausbruchs eingeht: "Nach langen Ermittlungen, bei denen der Zuschauer lernt, dass eine Videokamera auch nur so gut ist wie ihr Blickwinkel und eine Mordkommission so gut wie der Nerd von der IT, will der Gewaltausbruch da fast mit einer Überdosis Alkohol und der Wut erklärt werden, einer Freundin nach der Party beim Parkplatzsex zuschauen zu müssen."

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    foto: orf/ard/frédéric batier

    Für sueddeutusche.de gehört "Gegen den Kopf" zu den eindeutig besseren Episoden: "'Gegen den Kopf' von Stephan Wagner erzählt, wie aus Geplänkel Gewalt wird. Wie sich in Sekunden alles dreht. Zum Mörder werden. Sein Leben verlieren. Wer hinschaut, kommt um. Wer wegschaut, kommt davon. Wie ungerecht das Leben ist."

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    foto: orf/ard/frédéric batier

    "Spiegel Online" lobt die Berliner Episode, weil sie "Ermittlerarbeit so gründlich, rasant und detailversessen wie kaum ein 'Tatort' zuvor" zeigt. Das Resümee: "Diesem 'Tatort' liegt das Wissen zugrunde, dass es inzwischen für fast jede Bewegung im öffentlichen Raum eine Art digitalen Abdruck gibt - dass es allerdings penibler Kombinationsarbeit bedarf, um diese zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzusetzen. "

    Wie lautet Ihr Urteil? Top oder Flop? (red, derStandard.at, 8.9.2013)

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