Rot und Grün werden die besten Konzepte zugetraut

8. September 2013, 18:22
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Welche Partei tut Österreich gut? Und: Von welcher Partei erwarten sich die Wahlberechtigten persönliche Vorteile? Die SPÖ und die Grünen erhielten dabei die besten Noten - über Kleinparteien wie die Neos wissen die Österreicherinnen und Österreicher sehr wenig

Linz - Über die Piraten weiß die Mehrheit der Österreicher gar nichts: 14 Prozent wollen nichts über die neue Kleinpartei sagen, weitere 53 Prozent sagen, dass sie deren Konzepte zu wenig beurteilen können. Und die, die zumindest eine Ahnung von den Piraten haben? Von denen sagen dreimal so viele Befragte, dass die Piraten-Ideen schlecht für Österreich wären - nur acht Prozent glauben, dass die Piraten gute Ideen für das Land hätten. Nur der KPÖ wird weniger positive Arbeit für Österreich zugetraut.

Das geht aus einer Ende August durchgeführten Market-Umfrage für den STANDARD hervor.

Noch schlechter sieht es für die Kleinparteien aus, wenn man die Wahlberechtigten fragt, wie sich die Konzepte und Ideen der jeweiligen Partei für sie persönlich auswirken würden: Allenfalls unter den Jungwählern und in Akademikerkreisen finden sich Stimmen, die das Piraten-Konzept persönlich anspricht - in der Gesamtheit der Wähler haben nur fünf Prozent positive Erwartungen.

Für die Neos sieht es wenig besser aus: 14 Prozent erwarten sich persönliche Vorteile, 22 Prozent persönliche Nachteile aus dem Programm der Neos. Für das Land sehen 14 Prozent gute Ideen bei den Neos, für 18 Prozent überwiegen die Nachteile.

Die besten Konzepte für das Land (und auch für die eigene Zukunft) orten die österreichischen Wahlberechtigten bei den Sozialdemokraten. In der Grafik ist dokumentiert: SPÖ und Grüne sind die einzigen Parteien, denen mehrheitlich gute Ideen für Österreich zugetraut werden. Schon bei der ÖVP (immerhin seit 26 Jahren in der Bundesregierung) ergibt sich ein negativer Saldo. Und dieser wird noch verstärkt, wenn man die Frage nach den persönlichen Auswirkungen stellt: 43 Prozent der Befragten geben dann an, dass sich die ÖVP-Pläne negativ auf das eigene Leben auswirken könnten.

"Interessant ist, wie viele oder wie wenige gute Absichten die bereits deklarierten Wähler den jeweils anderen Parteien zutrauen", sagt David Pfarrhofer vom Market-Institut: "Auffallenderweise gesteht etwa jeder zweite ÖVP-Wähler dem bisherigen Koalitionspartner SPÖ zu, dass es auch dort gute Ideen gibt - umgekehrt ist kaum jeder dritte SPÖ-Wähler möglicherweise guten Ideen der ÖVP aufgeschlossen. Die Grünen kann man in diesem Sinne als Wohlfühlpartei bezeichnen, die haben alle gern. Auch die erklärten Wähler der Koalitionsparteien sehen bei den Grünen überwiegend gute Konzepte, da kann die ÖVP noch so sehr versuchen, gegen Rot-Grün Stimmung zu machen."

Klar gegen die grünen Konzepte sind nur die FPÖ-Wähler - aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Die FPÖ-Ideen werden von den Anhängern aller anderen Parteien (und auch von noch nicht deklarierten Wahlberechtigten) mit mehr oder weniger großer Mehrheit abgelehnt. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 9.9.2013)

  • Beurteilung der Konzepte und Ideen
    grafik: der standard

    Beurteilung der Konzepte und Ideen

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