"Löwen"-Vergabe am Samstagabend

6. September 2013, 18:49
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Im Finale der 70. Filmfestspiele von Venedig stellten sich keine neuen Favoriten mehr vor, Stephen Frears' "Philomena" mit Judi Dench bleibt in den Kritikerrankings voran

Am Ende kehrte man doch zurück in die Stadt: Merzak Allouaches Es-stouh / Les terrasses erzählte als letzter Wettbewerbsbeitrag des 70. Filmfestivals ein halbes Dutzend Algier-Storys, die sich im Lauf eines Tages auf verschiedenen Dachterrassen zum Stadtpanorama fügen, Minidramen mit Tendenz zu Tragikomik.

Im Mainstream der Kritikerrankings für den Goldenen Löwen hat Les terrasses keine große Verschiebung mehr ausgelöst. Dort liegt seit Tagen Stephen Frears' viele Tränen provozierendes Tatsachendrama Philomena vorn: Judi Dench spielt darin eine Frau, die sich im Alter entschließt, ihr Lebenstrauma aufzuarbeiten. Unterstützt von einem Journalisten - den Philomena-Koautor Steve Coogan verkörpert - begibt sie sich auf die Suche nach jenem Sohn, der von katholischen Nonnen einst gegen ihren Willen zur Adoption gegeben wurde.

Zumindest ein Schauspielpreis für Publikumsliebling Dench wird erwartet. Zumal im Line-up 2013 sonst wenig so dezidiert auf ihre Darstellerinnen zugeschnittene Arbeiten zu sehen waren. Das Feld der männlichen Konkurrenten ist größer, hier werden unter anderem dem US-Amerikaner Scott Haze oder dem Griechen Themis Panou Chancen eingeräumt.

Ebenfalls hoch gehandelt: das energetische Thriller-Melo Tom à la ferme vom 24-jährigen Frankokanadier Xavier Dolan und vor allem Stray Dogs von Tsai Ming-liang. Am Samstagabend wird die Jury um Bernardo Bertolucci ihre Wahl bekanntgeben.  (Isabella Reicher aus Venedig, DER STANDARD, 7./8.9.2013)

  • Vor der Premiere von "Philomena": Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark, Judi Dench undr Stephen Frears.
    foto: apa / epa/claudio onorati

    Vor der Premiere von "Philomena": Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark, Judi Dench undr Stephen Frears.

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