Ein Vulkangigant östlich von Japan

6. September 2013, 17:59
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Das Tamu-Massiv dürfte der größte Einzelvulkan der Erde sein: Es macht sogar dem Olympus Mons des Mars Konkurrenz

Houston - Der höchste Berg unseres Sonnensystems befindet sich auf dem Mars. Er heißt Olympus Mons, ist ungefähr 22.000 Meter hoch und hat einen Durchmesser von rund 600 Kilometern. Olympus Mons ist zudem ein Vulkan, von dem man allerdings nicht genau weiß, ob er schon endgültig erloschen ist oder noch nicht.

Nun hat dieser Riese auf dem Roten Planeten überraschende Konkurrenz bekommen, und zwar von einem bislang in seinen Dimensionen unentdeckten Supervulkan auf der Erde: Das Tamu-Massiv im Nordwestpazifik östlich von Japan dürfte offenbar ein gigantischer Einzelvulkan sein, wie Geophysiker um William Sager (University of Houston, Texas) im Fachblatt "Nature Geoscience" schreiben.

Etwa 145 Millionen Jahre alt

Die Spitze des Tamu-Massivs liegt rund zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche, die Basis am Meeresboden mehr als sechs Kilometer. Die Forscher analysierten Gesteinsproben des Tamu-Massivs, die allerdings nur aus maximal 175 Metern Tiefe unter dem Meeresgrund stammten. Deshalb untersuchten sie das Massiv auch noch seismologisch.

Die Auswertungen ergaben, dass der schildförmige unterseeische Berg vor rund 145 Millionen Jahren entstanden sein dürfte, als an einer Stelle immense Lavamengen austraten und beim Abkühlen flache Hänge schufen. Anders als etwa bei der Schildvulkankette Hawaiis habe es am Tamu-Massiv offenbar vor allem Ausbrüche an einer einzelnen Stelle gegeben. Es handle sich somit wahrscheinlich um einen Einzelvulkan von 650 Kilometern Länge und 450 Kilometern Breite.

Zum Großteil in die Erdkruste gesunken

Olympus Mons sei mit seinen gut 20 Kilometern zwar deutlich höher, er nehme aber nur rund 25 Prozent mehr Volumen ein, schätzten die US-Wissenschafter. Zudem könnte der Vulkan insgesamt bis zu 30 Kilometer hoch sein. Der Großteil sei allerdings in die Erdkruste gesunken. Das Team um Sager will zudem klären, ob es noch weitere bilang verborgene unterseeische Vulkanriesen geben könnte. (tasch, dpa/DER STANDARD, 7.9.2013)

  • Das Tamu-Massiv dürfte ein riesiger Supervulkan mit rund 500 Kilometern Durchmesser sein. Darunter eine Karte des Massivs mit einer Darstellung der Basis des Olympus Mons im richtigen Größenverhältnis.
    illu: sager et al.

    Das Tamu-Massiv dürfte ein riesiger Supervulkan mit rund 500 Kilometern Durchmesser sein. Darunter eine Karte des Massivs mit einer Darstellung der Basis des Olympus Mons im richtigen Größenverhältnis.

  • Artikelbild
    grafik: apa/dpa/university of houston/william sager
  • Drei Vulkanriesen im Durchmesser- und Höhenvergleich.
    grafik: nature

    Drei Vulkanriesen im Durchmesser- und Höhenvergleich.

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