Die besten Ideen 2013 in Österreich

6. September 2013, 17:09
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Die Projektideen verbessern: Vom Workshop der neun Finalisten der "Ideen gegen Armut": Zwei können gewinnen - voneinander Lernen ist aber Gewinn für alle

Die mobile Budgetberatung von Susanne Jürgens und Alexandra Bernhard

Die App soll zur finanziellen Bewusstseinsbildung beitragen und dadurch ein Abrutschen in die Schuldenspirale und eine Armutsgefährdung frühzeitig und nachhaltig vermeiden. Dazu können Privatpersonen ihr Haushaltsbudget erfassen, bekommen automatisch Sparpotenzial vorgeschlagen und werden außerdem gezielt zum Sparen angeleitet, um sich Konsumgüter und Dienstleistungen ohne Kontoüberzug oder Kreditaufnahme finanzieren zu können.

Cherries von Cloed P. Baumgartner

Cherries entwickelt und vertreibt Strickdesign-Accessoires. Das Garn für diese Lifestyleprodukte wird aus getragenen T-Shirts gewonnen. Für die Produktion setzt Cherries dabei auf das wertvolle Potenzial von Handstrick-Profis, wie es bei "Omas" und Migrantinnen noch zu finden ist. Diese werden österreichweit im Umfeld von einschlägigen Bildungsinitiativen und Strickclubs rekrutiert. Wie Kirschen bilden jeweils eine "Oma" und eine Migrantin ein Zweierteam und werden zu selbstständig agierenden, sich befruchtenden Small Businesses ausgebildet.

Grow Together von Katharina und Michael Kruppa

Die frühe Kindheit ist die sensibelste Zeit für langfristige Entwicklungsförderung sowohl für Mütter als auch für Babys. Das wird im Tageszentrum genützt, um durch engmaschige psychosoziale Betreuung und hochfrequente Psychotherapie Familien aus einem psychosozial hoch belasteten Umfeld die Chance zu geben, eine liebevolle, entwicklungsfördernde Beziehung nachhaltig zu gestalten. Gleichzeitig werden die Mütter gezielt geschult und beruflich (re)integriert.

Nachbarinnen in Wien von Christine Scholten

"Nachbarinnen in Wien" sind ausgebildete soziale Assistentinnen, die in aufsuchender Sozialarbeit isolierten migrantischen Familien den Weg in unsere Gesellschaft ermöglichen. Das Projekt ist aus Kenntnis der Lebenslagen migrantischer Familien und der Sorge um die Zukunft der Kinder entstanden. Nachbarinnen zeigen isolierten Familien ihrer eigenen Kultur, wie sie bestehende Angebote für Bildung, Gesundheit und Soziales nutzen können und sollen, um ein unabhängigeres und reicheres Leben in unserer Gesellschaft zu leben. In einem Jahr werden so etwa 1500 bis 2000 Personen erreicht. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Frauen und Förderung der Kinder. Link: www.nachbarinnen.at

SuperSoulMe von Angelika Redlberger

"Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich etwas gefunden, wo ich meine Gefühle ausdrücken kann", so ein neunjähriger Junge aus einer sonderpädagogischen Einrichtung. Das konnte er auch schon vor dem Tanzprojekt - nur gewaltvoller. SuperSoulMe bietet armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen direkt am sozialen Brennpunkt die Möglichkeit, sich auszudrücken und zu wachsen. Sie stärken dabei ihr Selbstvertrauen, erkennen ihr Potenzial und beginnen es zu leben.

Vollpension von Julia Krenmayr

Omas Kuchltisch als öffentlicher Treffpunkt, an dem Alt & Jung gerne zusammenkommen. Senioren backen Kuchen und kredenzen gleichzeitig ihre spannendsten (Lebens-)Geschichten. In dieser Atmosphäre wird auf Augenhöhe diskutiert, Rollenbilder hinterfragt, das Bewusstsein für spezifische Probleme von Alt & Jung, besonders Arbeitsproblematik und Altersarmut, geschärft und Lösungen initiiert. Link: www.vollpense.at

WGe! von Lukas Hecke, Manuel Schuler, Tanja Weissensteiner

Leistbarer Wohnraum ist in Wien knapp. WGe! will daher bestehenden Wohnraum in neuer, innovativer Form nutzen: "Wir vermitteln und begleiten Wohngemeinschaften, die vom Miteinander unterschiedlicher Generationen leben: Leer stehende Zimmer werden gegen Unterstützung im Alltag ,vermietet'. WGe! ist damit ein inklusives Wohnmodell, das Wohnraum leistbar macht und die Solidarität zwischen den Generationen stärkt. Mit WGe! wollen wir uns für ein Wien einsetzen, in dem alle gut leben können."

Step by Step von Tosca Wendt

"Die" Migrantin, "der" Obdachlose werden nur sehr schwer von sozialer Arbeit erreicht. Zu weit weg ist die soziale Arbeit von ihren KundInnen. MigrantInnen, Menschen aus armem Elternhaus studieren nicht - auch nicht soziale Arbeit. Sie besitzen aber Insiderwissen und werden von KundInnen der sozialen Arbeit akzeptiert. Damit diese Vielfalt in der sozialen Arbeit entstehen kann, bildet die Bildungsakademie Schritt für Schritt bis zu Diplom Sozialpädagogen und Fachkraft für Sozialwesen aus.

ideenReich von Gabriele Gottwald-Nathaniel

ideen.Reich ist das Premiumlabel von www.gabarage.at und bietet Kleidung/Interieur mit besonderen Ansprüchen an Material und Kreativität. Durch Upcycling finden Abfall/Restmaterial neue, exklusive Verwendungsformen. Zusätzlich werden Beschäftigungsplätze für besondere Zielgruppen und Dauerarbeitsplätze für Suchtkranke geschaffen. Designer und Künstler erhalten erweiterte Chancen, ihre Fähigkeiten bei der Produktentwicklung einzubringen. ideen.Reich will die Kooperation mit anderen NGOs verstärken und Angebote für Personen, die bisher eingeschränkte Möglichkeit für Beschäftigung vorfanden (z. B. Alleinerzieherinnen, Migrantinnen), schaffen. (red, DER STANDARD, 7./8.9.2013)

 

  • Gruppenbild ...
    foto: iga

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  • ... Arbeitssituation in Stegersbach Ende August: Die Projekte der neun Finalisten 2013 inklusive Projektpartnern, Coaches, Beratern, Rechtsexperten.
    foto: iga

    ... Arbeitssituation in Stegersbach Ende August: Die Projekte der neun Finalisten 2013 inklusive Projektpartnern, Coaches, Beratern, Rechtsexperten.

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