Wahlduelle auf ORF 2: Killerargumente

5. September 2013, 22:57
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Das Wahlkampfkarussell dreht sich unerbittlich weiter

Todesstrafe für Berufskiller? Der war gut. Das Wahlkampfkarussell dreht sich unerbittlich weiter. Der ORF freut sich über reges Zuschauerinteresse. Die politkabaretterprobte Ingrid Thurnher bringt sich in Stellung. Dienstagabend nehmen Werner Faymann und Frank Stronach Platz an den Uhren. "Reichenjäger gegen einen der reichsten Österreicher", frohlockt Thurnher in Aussicht auf einen schwungvollen Abend.

Todesstrafe also. Stronach, der sich bekanntlich ungern bremsen lässt, rudert zurück, aber nicht ganz: "Ich kann meine persönliche Meinung ausdrücken."  Dafür lässt er mit Insiderwissen aufhorchen: 2000 Euro für einen Berufsmord, das ist kein Allgemeingut. Faymann nimmt den Ball gern auf und erklärt Stronachs rabiate Ansicht zum "traurigen Höhepunkt"  im Wahlkampf. Den Spaßfaktor mindert das keineswegs. Chemische Kastration müsse "gut überdacht werden" , legt Stronach drauf, obendrein umgebe sich Faymann mit Menschen, "die für die Todesstrafe sind" . Da sorgt sich der Kanzler: "Sie müssen überlegen, ob Sie dem Zuschauer ein schönes Bild machen".  Beim Thema Banken kommt Faymann in Fahrt, das bringt zwischendurch einen dreiminütigen Redezeitvorsprung und schüchtert Stronach ein: "Darf ich auch was fragen?" Man glaubt es kaum.

Großes Theater war von der zweiten Partie nicht zu erwarten, umso heftiger gerät das Duell Michael Spindelegger gegen Josef Bucher, den die BZÖ-Fans lautstark bejubeln, was Thurnher sogleich als "jahrmarktartiges Geschrei" beklagt. Jenes der Wahlduellanten versucht sie die restliche Sendung tapfer einzudämmen und schafft an dem Abend einen klaren Punktesieg. Fortsetzung folgt. (Doris Priesching/ DER STANDARD, 6.9.2013)

  • Werner Faymann schüchterte Frank Stronach ein.
    foto: apa/neubauer

    Werner Faymann schüchterte Frank Stronach ein.

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