Eine Reihe kontrastreicher Gegenstücke

4. September 2013, 17:09
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Unter dem Titel "Pendant" zeigt die Galerie Janda neue Bilder von Svenja Deininger

Wien - Ähnlich, aber nicht gleich sind zwei hochformatige Bilder, die in der Ausstellung Pendant nebeneinander hängen. Beide sind großflächig mit weißer Farbe bemalt und haben links einen schmalen, orangefarbenen Rand. Die beiden formal sehr reduzierten Gemälde gehören zwar sichtlich zusammen; sie sind im Sinne der Künstlerin deswegen aber noch keine Pendants.

Unter einem solchen versteht die 1974 in Wien geborene Malerin ein "zwingendes Gegenstück", das ihre Bilder ergänzt und dabei nicht unbedingt materiell sein muss: "Eines fügt hinzu, was das andere nicht hat. Dieses Pendant kann sich im selben Raum befinden, es kann aber auch anderswo existieren, nur in Gedanken oder in der Erinnerung."

In der aktuellen Präsentation versucht sie die so verstandenen "Gegenstücke" mit einer Reihe von größeren, aber auch kleineren Formaten in den Köpfen der Betrachter zu evozieren. Sie geht beim Malen ganz bewusst von keiner vordefinierten Bildidee aus. Sie betont vielmehr den malerischen Prozess, wenn sie die unterschiedlichsten Materialitäten zusammenführt: Sie trägt mehrere Farbschichten auf, schleift, lasiert und legt Teile der Leinwände wieder frei.

Mit sehr präzise ausgearbeiteten Ecken und Kanten lenkt sie die Aufmerksamkeit der Betrachter immer wieder auf die kontrastreiche Oberflächenstruktur; gleichzeitig schafft sie mit Farbverläufen und geometrischen Formen eine räumliche Tiefe, die eine beeindruckende Sogwirkung entwickelt. Damit oszilliert der Blick der Betrachter ständig zwischen abstrakt und figurativ, opak und durchscheinend, flächig und tief.

Pendants könnten angesichts ihrer neuesten, überraschend farbigen Bilder sowohl Himmelsansichten, Details aus historischen Gemälden oder auch abstraktere Empfindungen wie Wärme und Kälte sein. Genauso wichtig sind aber auch dieses Mal wieder die vielen weißen Stellen, mit denen Deininger auch immer viel Raum für Reflexion lässt. (Christa Benzer, DER STANDARD, 5.9.2013)

Bis 5. 10.

Galerie Martin Janda, Eschenbachgasse 11, 1010 Wien

Link

www.martinjanda.at

  • Svenja Deininger: Untitled, 2013. 
    foto: markus wörgötter / courtesy galerie martin janda, wien

    Svenja Deininger: Untitled, 2013. 

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