Aufnahmeprüfung schreckte Publizistik-Studenten ab

4. September 2013, 15:12
  • Aufnahmeprüfung an der Uni Salzburg im Jahr 2011.
    foto: apa/gindl

    Aufnahmeprüfung an der Uni Salzburg im Jahr 2011.

An allen drei Standorten in Wien, Salzburg und Klagenfurt weniger Kandidaten als Plätze

Wien/Salzburg/Klagenfurt - Die Aufnahmetests für das Publizistikstudium an den Unis Wien, Salzburg und Klagenfurt waren im Endeffekt unnötig: In Wien und Salzburg erschienen am Mittwoch weniger Studienwerber zum Test, als Plätze zur Verfügung stehen. In Klagenfurt wurde der Test sogar schon im Vorfeld mangels Interesse abgesagt.

Besonders krass war die Situation an der Uni Wien. Für die 1.123 zur Verfügung stehenden Plätze hatten sich 1.900 Interessenten angemeldet - zur Prüfung erschienen dagegen nur 763 Kandidaten. Diesen wurde vor der Prüfung mitgeteilt, dass sie alle aufgenommen werden. Der Test habe dann trotzdem stattgefunden. Die Studenten erhalten auch ihre Resultate.

41 Prozent Deutsche

Auch in Salzburg lag die Zahl der am Mittwoch zum Test erschienenen Bewerber mit 176 deutlich unter der zur Verfügung stehenden Platzzahl (226), so Thomas Steinmaurer vom Fachbereich Kommunikationswissenschaft. Damit liege das Interesse auf dem Niveau des Vorjahres. Drei Viertel der Bewerber sind Frauen. Die Österreicher stellten mit einem Anteil von 53 Prozent die Mehrheit, gefolgt von den Deutschen mit 41 Prozent.

An der Uni Klagenfurt wurde bereits im Vorfeld auf eine Aufnahmsprüfung verzichtet. Nur 117 Personen haben dort den ersten Teil des Aufnahmeverfahrens abgeschlossen, indem sie neben der Anmeldung auch ein Motivationsschreiben hochgeladen haben. Zur Verfügung gestanden wären 180 Studienplätze.

Psychologie hat Aufnahmeprüfungen

Ganz anders das Bild in der Psychologie: Dort musste am Dienstag sehr wohl ausgesiebt werden - auch wenn an der Uni Wien und der Uni Graz nur etwas mehr als die Hälfte der Angemeldeten zur Prüfung erschien. So kämpften in Wien anstelle von rund 3.900 Angemeldeten nur knapp 1.800 tatsächlich um einen der 500 Plätze. An der Uni Graz schrumpfte die Bewerberzahl von rund 1.100 auf knapp 600, womit die Zahl der Plätze (230) allerdings ebenfalls deutlich übertroffen wurde.

Auch an der Uni Innsbruck gab es mehr Prüflinge (rund 700 anstelle der ursprünglich 800 Angemeldeten) als Plätze (200). An der Uni Salzburg erschienen weniger als 500 der mehr als 600 Angemeldeten, um sich um einen der 200 Plätze zu bewerben. An der Uni Klagenfurt sind von den knapp 300 Angemeldeten nur rund 200 zur Prüfung gekommen, 115 Plätze werden vergeben. (APA, 4.9.2013)

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Das hängt wohl mit den Berufsaussichten zusammen

Auch an der TU Wien gab es in Architektur und Informatik über 6 % Einbrüche schon bei der Registrierung !

.
In der Einführungsveranstaltung für Informatik saßen dann auch wesentlich weniger Studienanfänger/innen als angeblich vorhandene Studienplätze.

Langsam spricht es sich herum ...

Hab die Aufnahmeprüfung in Psychologie gemacht

Bereits zum dritten Mal (nein, aufgeben is nicht! ;)).
Als ich aber erfahren habe, dass sich knapp 4000 Leute beworben haben, hatte ich plötzlich kaum noch Lernmotivation. Für mich und für viele andere war es dann wahrscheinlich nur ein schwacher Trost, dass so viele nicht angetreten sind. Im Endeffekt musst du trotzdem beim besten Viertel dabei sein, um aufgenommen zu werden. Da kannst du teilweise noch so großes Interesse zeigen an einem Studium - wenn du keinen guten Tag hast u./od. 500 MitbewerberInnen einfach besser sind als du, hast du Pech gehabt. Ciao, bis nächstes Jahr... (oder doch auf nimmer Wiedersehen...)

Nix für ungut, aber:

Wenn 3 Jahre hintereinander 500 Leute besser sind als man selbst, sollte man sich vielleicht überlegen, ob das Studium wirklich das richtige für einen ist.

WEniger Studenten als Plätze, und die sind noch zuviel

Wenn sich Töchterle durchsetzt, muss das Studium aufgelassen werden.

daher: Töchterl abwählen!

Auch ich hab 2008 am Aufnahmetest für KOWI in SBG teilgenommen. Auch damals wurden alle genommen. Die Testergebnisse wurden nie bekannt gegeben, fraglich ob überhaupt ausgewertet.
Ich finde es sehr wichtig sich vor dem Studium bereits mit der Materie zu beschäftigen, viele ersparen sich dadurch 1-2 "testsemester" und diejenigen, die nur spasseshalber anfangen, werden gleich ausgesiebt.
Ich glaube in den letzten jahren wurden immer alle teilnehmer aufgenommen, trotzdem verzichtet man nicht auf den Test, weil die Idee funktioniert und das ist gut so.

Manches das nur als klischee gilt stellen sich eben dann doch als keines heraus.

" Die Aufnahmetests für das Publizistikstudium an den Unis Wien, Salzburg und Klagenfurt waren im Endeffekt unnötig"

Ich komme zu dem gegenteiligen Schluss - allein durch die Ankündigung von Aufnahmetests wurde die Anzahl der Anmeldungen drastisch reduziert. Wenn so eine relativ kleine Hürde schon abschreckt, dann kann es mit der Motivation wohl nicht so weit her sein.

Und die nächste Frage wäre: Wo brauchen wir 1200 Publizisten?

Weil ich wünsche mir schon, dass alle die sich ein Studium antun auch es positiv abschließen.

War heuer mit Wirtschaftswissenschaften genau gleich.

Auf der WU zumindest gab es dann auch plötzlich um einiges weniger Anmeldungen, sodass nicht einmal ein Test nötig war...

frage an thomas geissler: wier eklärst dir das? ;)

dieses ereignis hat keinen platz in töchterle's argumentation

od befindet ausserhalb töchterle's welt.
Na wenn man so einfach gestrickt ist ...

Aufnahmeprüfung für Jus

bittedanke

Quod erat demonstrandum

Nach einigen Semestern nahezu widerstandslos unter der Wasseroberfläche zum Abschluss treiben lassen, ist scheinbar doch die Hauptmotivation für die Mehrzahl der Jung-Geisteswissenschaftler. Jetzt wurde der implizite Beweis erbracht: Eine Mini-Hürde eingebaut, und schon sind die "Na-so-halt-amal"-Studenten abgeschreckt. Und aus 1.900 werden plötzlich 763...

Publizistik und Psychologie sind keine GeWis.

ansonsten: d´accord!

Das ist strittig.

Bezogen auf welche begrifflichkeit von GeWis.?

41% Deutsche? Wahsinn...

Warum gibt es dort nicht auch eine Quotenregelung wie bei Medizin?

Das ist net viel. Psychologie. Jahrgang 2011. Uni Salzburg. 86% Deutsche. ;-)

Weils eh scheinbar mehr Plätze als Studis gibt;-)

Ich verstehe den Text nicht:

In Klagenfurt wurde der Test sogar schon im Vorfeld mangels Interesse abgesagt.

An der Uni Klagenfurt sind von den knapp 300 Angemeldeten nur rund 200 zur Prüfung gekommen, 115 Plätze werden vergeben.

Was stimmt jetzt?

Hab schon überrissen... :-)

Test bestanden. Gratulation!

Sie sind wenigstens angetreten. :-)

Die Aufnahmeprüfung schreckt nicht ab!

Was fuer eine nonsense Schlagzeile! Die Aufnahmepruefung schreckt nicht ab, sondern zeigt nur wie viele Studenten sich fuer das Studium tatsaechlich interessieren.

so kann man das natürlich auch sehen

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