Die Rax, zum Kraxeln, wie die Gams es tut

13. September 2013, 17:02
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Der älteste Felsensteig auf dem großen Kalkstock ist immer noch einer der schönsten und ruhigsten auf diesem Plateau

Schon seit dem Jahr 1875 besteht der Gamsecksteig - auch Zahmes Gamseck genannt - auf der Rax. Es ist dies der erste Felsensteig, der hier für Touristen angelegt wurde, wobei man schwierige Felspassagen mittels Drahtseilen und Leitern entschärfte. Die Eröffnung des Eisernen Weges galt in der damaligen Zeit als Sensation. Dabei ging es in erster Linie um eine Verbindung von der Rax zur Schneealpe. Erst wesentlich später entstanden die bekannten Haid- und Teufelsbadstubensteige.

Als "höchst lohnend, jedoch Schwindelfreiheit voraussetzend" stuft ein Wanderführer aus den frühen 1900er-Jahren den Gamsecksteig ein, der durch eine eindrucksvolle Landschaft führt. Man genießt herrliche Ausblicke in das Altenburger Tal, zu den Kahlmäuern, zur Schneealpe und zu vielen Erhebungen der Voralpen. Vom Habsburghaus reicht die Sicht zu Hochkar, Dürrenstein und Ötscher sowie zu Teilen des Gesäuses und des Toten Gebirges.

Höhepunkte ohne Gipfel

Auch ohne das Erklimmen eines Gipfels hat die Runde einiges zu bieten, und man bewegt sich in einem Teil des ausgedehnten Kalkstocks der Rax, der nicht überlaufen ist. Zudem ist die Rax ein streng gehütetes Wasserschutz- und Naturreservat, weshalb man auch seltene Alpenpflanzen bewundern kann und gelegentlich sogar einen Steinadler zu Gesicht bekommt.

Gewarnt sei vor dem markierten Steig über das Wilde Gamseck, er bleibt Kletterern vorbehalten und ist wegen des brüchigen Gesteins gefährlich. Die Route ist lang, wegen des großen Höhenunterschieds anstrengend und verlangt absolute Schwindelfreiheit sowie Trittsicherheit; und natürlich gute Wetterverhältnisse, da sie sich kaum abkürzen lässt. Bei der landschaftlichen Schönheit merkt man die Mühen aber kaum.

Die Route: Von Hinternaßwald wandert man in das Reißtal, passiert die kurze Klamm und hält sich bei der Talstation der Materialseilbahn nach rechts, um steil zum Naßkamm aufzusteigen. Gehzeit 1½ Stunden. Dem Kamm nach Süden folgend passiert man die Zimmermannhütte (Unterstand) und die Gamseckhütte (privat) und gelangt an den Fuß der Kahlmäuer. Über den versicherten Gamsecksteig geht es steil hinauf zur Hochfläche. Gehzeit ab Erreichen des Naßkamms 2¼ Stunden.

Nun hält man sich links (Wegweiser Habsburghaus) und steigt über die Grasbodenalmen in den Bärengraben ab. Im Gegenanstieg (gelb markiert) erreicht man das Habsburghaus. Gehzeit ab Ende des Gamsecksteiges 1¼ Stunden. Der Abstieg erfolgt auf der roten Markierung, die durch den Zikafahnlgraben führt. Weiter geht es durch den felsigen Kaisersteig in das Reißtal und zum Ausgangspunkt Hinternaßwald. Gehzeit ab Habsburghaus 2 bis 2½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 14.9.2013)

  • Herrliche Ausblicke bietet eine Wanderung auf dem Gamsecksteig.
Foto: Christian Schreiter / alpenlandmagazin.at

    Herrliche Ausblicke bietet eine Wanderung auf dem Gamsecksteig.

    Foto: Christian Schreiter / alpenlandmagazin.at

  • Gesamtgehzeit 7 bis 7½ Stunden, Höhendifferenz 1250 Meter. Habsburghaus bis Ende September durchgehend bewirtschaftet, ab Oktober auf Anfrage (Tel. 02665-219). ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 7 bis 7½ Stunden, Höhendifferenz 1250 Meter. Habsburghaus bis Ende September durchgehend bewirtschaftet, ab Oktober auf Anfrage (Tel. 02665-219). ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

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