Das Rheintal in Reinzeichnung

6. September 2013, 17:13
9 Postings

An klaren Tagen belohnt die Hohe Kugel mit einem Vierländerblick. Dabei zählt ihr Gipfel zu den einfachen in Vorarlberg

Die Hohe Kugel gehört zwar nicht zu den höchsten und bekanntesten Erhebungen des Bregenzerwalds, als Aussichtspunkt aber hat sie besondere Meriten. Auf dem Gipfel fühlt man sich wie auf einem über dem Rheintal liegenden Balkon, unter dem sich eindrucksvoll eine idyllisch-romantische Landschaft ausbreitet.

Der regulierte Rhein mit seinen Altarmen liegt direkt zu Füßen, man überschaut ihn von Liechtenstein bis zur Mündung in den Bodensee. An klaren Tagen zeigt sich auch der See selbst in seiner vollen Größe und Schönheit. Man schaut bis Lindau, Wasserburg, Konstanz, Romanshorn und zur Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz. Zu erspähen sind weiters die berühmte Insel Mainau und die wegen ihrer Klöster bekannte Insel Reichenau.

Schweiz und Schwaben

Auf der anderen Seite des Flusses thront auf Schweizer Territorium der imposante Bergstock des Säntis. Zu sehen sind auch die Churfirsten, der Höhenzug des Rätikon mit Schesaplana und Brandnergletscher sowie viele Erhebungen des Bregenzerwalds wie Kanisfluh, Hoher Freschen und Widderstein. Bis weit ins Schwäbische reicht der Blick, der den Ruf der Hohen Kugel als Aussichtsgupf untermauert.

An schönen Tagen tummeln sich über der Kuppe Segelflieger und Paragleiter. Sie wetteifern mit den Kolkraben, hie und da sogar mit einem Steinadler, der auf den Almen nach Beute Ausschau hält.

Die Anstiege aus dem Rheintal zur Hohen Kugel erweisen sich - schon wegen des Höhenunterschieds - als lang und etwas mühsam. Wählt man aber Ebnit, das auf einer Höhe von über tausend Metern liegt, als Ausgangspunkt, ergibt das eine wenig anstrengende, jedoch sehr abwechslungsreiche Tour, die obendrein den Vorteil einer beeindruckenden Anfahrt durch das wildromantische Rappenloch und das Alploch hat.

Nach starken Regenfällen muss man beim Abstieg vom Treietpass mit morastigen Abschnitten rechnen. Wer auf saubere Schuhe Wert legt, kehrt besser auf der Anstiegsroute nach Ebnit zurück.

Die Wanderroute: Von Ebnit wandert man auf einem Güterweg - vorbei an "Pfarrers Älpele" in einer guten halben Stunde zur Emser Hütte. Nun wählt man die nach Süden führende rote Markierung, die steil über einen Rücken hinaufführt. Bei Kühboden wird der Weg flacher, bald darauf erreicht man den Gipfel der Hohen Kugel. Gehzeit ab Emser Hütte 1½ Stunden.

Auf der roten Markierung steigt man in südlicher Richtung zum Treietpass ab und schwenkt dann auf den nach Norden führenden Schneewaldweg ein, auf dem man - mit einigen Gegensteigungen - zur Schneewaldalpe gelangt. Über einen Güterweg geht es in weitem Bogen zurück bis zum Ausgangspunkt; ab Hoher Kugel 2 Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 7.9.2013)

  • Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 700 m. Emser Hütte durchgehend bewirtschaftet (Montag Ruhetag). ÖK25V Blatt 1224-West (Hohenems), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 364 (Bregenzerwald, Rheintal), Maßstab 1:50.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz 700 m. Emser Hütte durchgehend bewirtschaftet (Montag Ruhetag). ÖK25V Blatt 1224-West (Hohenems), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt WK 364 (Bregenzerwald, Rheintal), Maßstab 1:50.000

Share if you care.