Basejump-Weltcup in Wien zwei Tage vor Beginn abgesagt

4. September 2013, 11:07
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MA 36 und Austro Control bewilligten die Veranstaltung, die MA 64 war dagegen

Ab Donnerstag sollte in Wien der Probase Worldcup Vienna stattfinden. Am Dienstag bestätigte der Veranstalter dem "Kurier", dass das Projekt nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit und erfolgreicher städtischer Bewilligung zwei Tage vor dem Start abgesagt wurde.

55 Athleten aus 18 Nationen wollten sich bei dem dreitägigen Basejump-Event miteinander bei Sprüngen vom Wiener Donauturm messen, dem höchsten Bauwerk des Landes. Die Veranstaltung sei bereits vor längerer Zeit von der Magistratsabteilung für Veranstaltungswesen (MA 36) genehmigt worden, sagt Organisator Thomas Kenyeri. "Wir haben in Deutschland eigens ein Gutachten anfertigen lassen, sogar die Austro Control haben wir gefragt. Letzten Endes wurde alles bewilligt."

Verstoß gegen Luftfahrtgesetz

Am Dienstag erhielt Kenyeri die Absage von der Magistratsabteilung 64, zuständig für rechtliche Bau-, Energie-, Eisenbahn- und Luftfahrtangelegenheiten. "Mir wurde gesagt, dass laut dem Luftfahrtgesetz niemand mit einem Fallschirm von einem Gebäude springen darf. Dabei ist ein Basejump-Schirm kein Fallschirm. Das ist, als würde man Autofahren mit der Formel 1 gleichsetzen", empört sich Kenyeri.

"Wir verbieten oder genehmigen nichts, so ist die aktuelle Gesetzeslage. Wir haben da keinen Handlungsspielraum", sagt Cordula Donner, Dienststellenleiterin der MA 64. Sie verweist auf das Luftfahrtrecht. "Es gibt eindeutige Regelungen, wonach man mit Fallschirmen nicht von Gebäuden und nur aus Luftfahrzeugen in mehr als 600 Metern Höhe springen darf."

"Peinlich für die Sportstadt Wien"

Zur Aussage von Kenyeri, wonach ein Basejump-Schirm kein Fallschirm per se sei, meint Donner, dass jedes "zur Personenfortbewegung ohne Verbindung zur Erde benutzbares Mittel" Voraussetzungen wie beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen oder eine Pilotenausbildung vorzuweisen habe. Und das wäre beim geplanten Weltcup nicht der Fall.

Die Wiener ÖVP-Sportsprecherin Ines Anger-Koch kritisierte die Entscheidung am Mittwoch in einer Aussendung: Die Absage sei "eine weitere Peinlichkeit für die selbsternannte Sportstadt Wien". An den möglichen Ersatzorten in Istanbul und Bratislava wäre der Weltcup ohne Schwierigkeiten umsetzbar gewesen, so Anger-Koch. (APA/red, derStandard.at, 4.9.2013)

  • Ein Sprung vom Kuala Lumpur Tower. Vom 252 Meter hohen Donauturm zu springen untersagte die MA 64 den Veranstaltern.
    foto: epa/shamshahrin shamsudin

    Ein Sprung vom Kuala Lumpur Tower. Vom 252 Meter hohen Donauturm zu springen untersagte die MA 64 den Veranstaltern.

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