Plötzlicher Herztod: Auch wer nicht fit ist, profitiert von Bewegung

4. September 2013, 11:43
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Laut einer Studie führt selbst schlechte Fitness - in Kombination mit körperlicher Aktivität - zu keiner Risikoerhöhung

Amsterdam/Salzburg - Plötzlicher Herztod ist für etwa die Hälfte der Todesfälle bei koronaren Herzerkrankungen verantwortlich. Er tritt rasch nach dem Auftreten erster Symptome auf und lässt kaum Spielraum für wirksame medizinische Interventionen. Bewegung senkt aber das Risiko für einen plötzlichen Herztod bei Männern - selbst dann, wenn die kardiorespiratorische Fitness schlecht ist. Das zeigt eine finnische Studie, die von nun auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurde.

Über einen Zeitraum von 19 Jahren wurden 2.656 Männer im Alter zwischen 42 und 60 Jahren beobachtet. In der Gruppe der Probanden, die nicht fit waren und ein niedriges Bewegungslevel aufzuweisen hatten, war das Risiko für einen plötzlichen Herztod zweimal höher als in der Gruppe mit guter Fitness und viel Bewegung. Männer mit schlechter Fitness, die aber ein hohes Niveau an körperlicher Aktivität zeigten, hatten keine signifikante Risikoerhöhung.

Motivation zur Lebensstiländerung

Die kardiorespiratorische Fitness, wurde über die maximale Sauerstoff-Transportkapazität gemessen. Sie gibt an, wie gut Atmung und Blutkreislauf in der Lage sind, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Das Aktivitätsniveau (LTPA) wurde per Fragebogen ermittelt: Ein Drittel der Untersuchten wies ein niedriges Bewegungslevel (Verbrauch von weniger als 191 Kilo-Kalorien pro Tag im Jahresschnitt) auf.

"Die Studie zeigt, dass Männer durch gute körperliche Fitness und einen körperlich aktiven Lebensstil ihr Risiko für einen plötzlichen Herztod deutlich senken können - laut den Ergebnissen um 50 Prozent. An einen so starken Effekt kommen selbst die besten Medikamente nicht heran", sagt Josef Niebauer vom Institut für Sportmedizin der Uni Salzburg.

Da die körperliche Fitness neuerlich als einer der stärksten Prädiktoren für den plötzlichen Herztod identifiziert wurde, schlagen die Studien-Autoren vor, dass zur Risikostratifizierung auch zusätzlich eine Ergometrie durchgeführt werden sollte. "Dadurch könnte einerseits das Risiko für einen plötzlichen Herztod abgeschätzt werden und andererseits auch eine schlechte körperliche Fitness in der Ergometrie als Motivation zur Lebensstiländerung führen", so Niebauer.  (red, derStandard.at, 4.9.2013)

  • Männer mit schlechter Fitness, aber hohem Niveau an körperlicher Aktivität, weisen keine signifikante Risikoerhöhung im Zusammenhang mit plötzlichem Herztod auf, heißt es in der finnischen Studie.
    foto: www.corn.at/heribert corn

    Männer mit schlechter Fitness, aber hohem Niveau an körperlicher Aktivität, weisen keine signifikante Risikoerhöhung im Zusammenhang mit plötzlichem Herztod auf, heißt es in der finnischen Studie.

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