"Sammelpartei links der Linken" schlägt französische Kommunisten-Partei vor

2. August 2003, 22:01
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LCR will mit "Lutte Ovriere" und Kommunisten über Wahlallianz reden

Paris - Die französische Kommunistische Revolutionären Liga (LCR) ist der Ansicht, dass die Errichtung einer "großen Sammelpartei links der Linken mehr denn je notwendig" ist. Im Hinblick auf die Europa- und Regionalwahlen vom nächsten Jahr soll daher ein Abkommen mit der trotzkistischen "Lutte Ouvriere" (LO) von Arlette Laguiller geschlossen werden, um auf diese Weise eine "entschieden antikapitlistische politische Kraft" ins Rennen zu schicken, betonte Krivine gegenüber der Pariser Tageszeitung "Liberation" (Freitagsausgabe).

Eine endgültige Entscheidung über das mögliche Wahlbündnis soll beim LCR-Parteitag im kommenden November getroffen werden. "Das neue Wahlsystem spornt eher zu einer Allianz an", erklärte der LCR-Sprecher. Laut einem von der konservativen Regierung durchgesetzten Reformgesetz sollen bei den französischen Regionalratswahlen künftig alle Kandidaten in die entscheidende zweite Wahlrunde kommen, die mehr als zehn Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten.

Angeblich Druck der Wähler auf Zusammenschluss

Nach den guten Wahlergebnissen der beiden Präsidentschaftskandidaten von LCR und LO im Vorjahr würden die Wähler der trotzkistischen Bewegungen es nicht verstehen, weshalb die beiden Bewegungen ihre Kräfte für künftige Wahltermine nicht vereinten. "Es gibt einen sehr starken Druck seitens unserer Wähler, dass wir uns zusammenschließen - insbesondere nach den Sozialkonflikten der letzten Monate", sagte Krivine.

Die beiden Trotzkisten Arlette Laguiller (LO) und Olivier Besancenot (LCR) erhielten im ersten Durchgang der Präsidentenwahl gemeinsam etwa zehn Prozent der Stimmen, was ein bisher noch nie da gewesenes Rekordergebnis darstellt. Dagegen verbuchte der kommunistische Kandidat Robert Hue (PCF) mit 3,37 Prozent das schlechteste Ergebnis in der Parteigeschichte. (APA)

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