Buben steigern das Risiko von Fehlgeburten

6. August 2003, 11:44
posten

Immunsystem der Mutter bekämpft Plazenta - Erste Schwangerschaft mitmännlichem Fötus aber unproblematisch

Madrid - Frauen, die als erstes Kind einen Buben zur Welt bringen, erleiden häufiger Fehlgeburten. Dänische Wissenschafter hatten Frauen untersucht, die einen unerklärlichen zweiten Abortus erlitten hatten. War der Erstgeborene ein Bursch, hatten die Mütter im Schnitt 3,9 Fehlgeburten, bis sie ihr zweites gewünschtes Kind zur Welt brachten. War die Erstgeburt dagegen ein Mädchen, betrug die Zahl der Fehlgeburten nach Angaben der Wissenschafter 3,5.

Die Forscher gehen davon aus, dass eine Immunreaktion der Mütter, die einen Buben zuerst zur Welt gebracht hatten, zu häufigeren Fehlgeburten führt. "Diese Frauen reagieren offenbar mit einer gesteigerten Immunantwort gegen Gewebetypen, die sich bei männlichen Embryos auf der Oberfläche der Plazenta befinden", erklärte Studienleiter Ole Christiansen auf einem Kongress in Madrid. Denn die Plazenta werde aus demselben Gewebe gebildet wie der Fötus. Sei dieser ein Junge, verfüge die Plazenta auch über charakteristisch männliche Gewebetypen, auf die die Mutter unter Umständen mit Antikörpern oder weißen Blutkörperchen reagiere.

Die Folge sei, dass das Immunsystem die Plazenta als körperfremdes Gewebe identifiziere und sie angreife. Die erste Schwangerschaft mit einem männlichen Fötus sei jedoch sicher, da das Immunsystem noch nicht gelernt habe, auf das männliche Gewebe auf der Plazenta zu reagieren. Bei weiteren Schwangerschaften könne jedoch das Gedächtnis des Immunsystems sofort aktiviert werden, so dass es letztlich zur Fehlgeburt komme. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Bub oder Mädchen?
    Rika-chan, Japans schwangere Antwort auf Barbie

Share if you care.