Angst vor Linux - 59 Staaten erhalten Einblick in Windows-Code

9. August 2003, 11:45
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Um Transparenz und Vertrauen zu schaffen

Microsoft wird 59 Staaten Einblick in den geheimen Programmcode von Windows gewähren. Das sagte Microsoft-Manager Jason Matusow am Freitag. Acht Staaten (Australien, China, Finnland, Großbritannien, Norwegen, Russland, Taiwan und die Türkei) sowie die NATO hätten ihre Teilnahme am so genannten Shared Source-Programm bereits publik gemacht. "Wir laden diese Länder in unsere Zentrale nach Redmond ein, damit sie sich den Code anschauen können."

Shared Source Programm

Mit dem Shared Source Programm reagiert der weltgrößte Softwarekonzern auf den Erfolg von Open Source-Projekten, zu denen auch das freie Betriebssystem Linux gehört. Bei Open Source-Software arbeiten die Programmierer in der Regel in virtuellen Gemeinschaften über das Internet zusammen und stellen sich ihre Arbeitsergebnisse gegenseitig zur Verfügung.

Bei dem Shared Source Programm gibt Microsoft seinen Kunden das Recht, den urheberrechtlich geschützten Programmcode von Microsoft anzuschauen. In bestimmten Fällen können die Kunden das Microsoft-Programm auch verändern und selbst kommerziell vertreiben.

Transparenz und Vertrauen

"Durch das Shared-Source-Programm erzielen wir eine Transparenz, die Vertrauen schafft", sagte Matusow. Microsoft habe jedoch auch festgestellt, dass der Zugriff auf den Programm-Code in der Praxis kaum Bedeutung habe. "Bei einer von uns beauftragten Studie mit über 1.000 Entscheidern haben über 60 Prozent der Befragten gesagt, dass der Zugriff auf den Code unbedingt notwendig sei.

Aber nur fünf Prozent wollen sich den Code dann auch tatsächlich anschauen und weniger als ein Prozent plant, den Code für eigene Zwecke zu verändern." Auch Österreich hat sich am Shared Source Programm beteiligt. (APA/dpa)

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