Wirbel um Gratisausarbeitung von Digitalfotos durch Kodak

11. August 2003, 12:47
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Die Österreich-Tochter des Fotoriesen muss sich derzeit gegen Klagen von Mitbewerbern verteidigen und verärgerte Kunden beruhigen

"Wir leisten Pionierarbeit", sagt Kodak-Österreich-Chef Christian Wimmer, damit seien die vielen defekten Digital-Annahmestationen und die langen Lieferzeiten zu erklären.

Run auf die Papierausarbeitung

Mit der Sommeraktion "Testbilder" - sprich: Gratisbilder - bei dm-Drogeriemärkten, Cosmos, Media-Markt/Saturn und einigen Fotofachgeschäften sei ein Run auf die Papierausarbeitung von Digitalfotos ausgelöst worden: Kodak drucke täglich zwischen 100.000 und 300.000 Fotos aus, die Maschinen liefen auf "der 40- bis 50fachen Belastung", daher seien derzeit 15 bis 18 Prozent der 180 Geräte defekt. Binnen der nächsten Tage soll dies verbessert werden. Der Markt - laut Wimmer gebe es 150 Mio. digitale Bilder auf Festplatten und CDs - soll dadurch angeregt werden.

Sauer

Die Konkurrenz schäumt. Der Hauptkonkurrent von Marktführer Kodak bei Bildausarbeitung, die Salzburger Firma Color Drack (CD), brachte eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs ein. Und erwirkte eine einstweilige Verfügung, die aber nicht die gesamte Aktion stoppen konnte.

Nur bei jenen Händlern, die die Ausarbeitungsstation direkt in Verbindung mit dem Start der "Testbilder"-Aktion erwarben, wurde ein Verstoß gegen das Rabattgesetz festgestellt - da die "Zugabe" Gratisbilder einen zu hohen Wert hätte. Wimmer: "Das stoppt die Ausbreitung der Aktion." Bei drei Fotofachhändlern hätte man diesen "Fehler übersehen".

"Das ist eine schöne Darstellung einer rechtswidrigen Handlung."

Der Rechtsanwalt von Drack, Karl Grigkar, sagt zum STANDARD: "Das ist eine schöne Darstellung einer rechtswidrigen Handlung." Er habe nun eine Sachverhaltsdarstellung bei der Bundeswettbewerbsbehörde wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung eingebracht. Am 21. August würden beide Streitparteien gehört. Auch die EU-Kommission sei eingeschalten worden, so der Anwalt.

Die Gratisaktion läuft nun bei den bisherigen Partnern bis 31. August weiter. dm-Vorstand Manfred Laaber sagt zum STANDARD: "Es ist ein riesiger Erfolg." (Leo Szemeliker, DER STANDARD Printausgabe, 2./3. August 2003)

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