Hiroshima: 140.000 Papierkraniche in Gedenkstätte verbrannt

6. August 2003, 10:44
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Gefaltete Vögel sollen an die Opfer des Atombombenabwurfs erinnern - Polizei vermutet Brandstiftung

Tokio - Etwa 140.000 Papierkraniche, die an die Opfer der Atombombe von Hiroshima erinnern sollten, sind Flammen zum Opfer gefallen. Vermutlich hat ein Brandstifter das Feuer an der Gedenkstätte der Kinder im Friedenspark in der japanischen Stadt gelegt, sagte ein Sprecher der Polizei am Freitag.

Medienberichten zufolge nahm eine Überwachungskamera drei junge Männer auf, kurz bevor das Feuer ausbrach. Die Kamera war installiert worden, nachdem es im Februar vergangenen Jahres bereits schon einmal an der Gedenkstätte gebrannt hatte.

200.000 Tote

Der Brauch, mit Papier-Kranichen an die Toten des Atombombenabwurfs zu erinnern, geht auf das Mädchen Sadako Sasaki zurück. Sadako war zwei Jahre alt, als die USA am 6. August 1945 die tödliche Bombe abwarfen und erkrankte später an Blutkrebs. Das Mädchen faltete unermüdlich Kraniche aus Papier gemäß dem japanischen Volksglauben, dass bei 1.000 Papiervögeln ein Wunsch in Erfüllung geht.

Sadakos Wunsch erfüllte sich nicht: Nach neun Monaten im Krankenhaus starb sie. 1958 wurde das Monument zu ihren Ehren in dem Park errichtet. Seither bringen Besucher aus dem In- und Ausland Papierkraniche zu der Stätte. Die Atombombe tötete in Hiroshima rund 200.000 Menschen. (APA)

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    Tauben fliegen vor der Ruine des Doms in Hiroshima

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