Schadenersatz bei überbuchten Flügen

1. Oktober 2003, 10:25
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Unterschiedliche Regelungen für Linien- und Charterflüge. Linienflug-Reisende bekommen Ticketpreis rückerstattet.

Auch im Sommerreiseverkehr gibt jede Fluglinie - basierend auf Erfahrungswerten - einen gewissen Prozentsatz mehr an Tickets aus, als tatsächlich Plätze im Flugzeug vorhanden sind. Überbuchungen auf Flügen sind allerdings nur für Linienflüge EU-weit per Verordnung geregelt, für Charterflüge gelten hingegen andere Bestimmungen.

Laut Auskunft des ÖAMTC gibt es bei überbuchten Linienflügen für den Reisenden drei Möglichkeiten. Er kann zwischen Rückerstattung des Ticketpreises für den nicht erfolgten Teil der Reise, schnellstmögliche Beförderung zum geplanten Ziel oder spätere Beförderung zu einem Zeitpunkt, den der Reisende selbst bestimmt, wählen. Um rechtliche Ansprüche geltend machen zu können, muss der überbuchte Flug von einem Flughafen eines EU-Vertragsstaates aus starten, der Reisende muss in Besitz eines gültigen Tickets sein und sich rechtzeitig vor dem Abflug am Flughafen eingefunden haben.

Der von der Überbuchung betroffene Reisende hat außerdem Anspruch auf eine Ausgleichszahlung in bar. Kein Geld wird bezahlt, wenn trotz der späteren Beförderung der Anschlussflug erreicht werden kann.

Dem Reisenden muss außerdem ein kostenloses Telefonat an den Zielort ermöglicht werden, sowie eine Mahlzeit oder Erfrischungen angeboten und - falls erforderlich - eine Übernachtung im Hotel bezahlt werden. Wenn der Linienflug Teil einer Pauschalreise ist, wird die Entschädigungsleistung an den Reiseveranstalter bezahlt, der sie wiederum an den Fluggast weiterleiten muss.

Im Charterflugbereich ist die Zahl der kalkulierten Überbuchungen wesentlich geringer als bei Linienflügen, zumeist seien nur die Quartiere überbucht, so der ÖAMTC. Bei einer Überbuchung auf Charterflügen kommen Konsumentenschutzgesetz, Gewährleistungsrecht und Schadenersatzrecht zum Tragen. Der Veranstalter muss dem Reisenden eine Ersatzreise anbieten. Wird diese vom Kunden nicht akzeptiert, muss die Reise mit Rückerstattung des gesamten Reisepreises storniert werden. Außerdem besteht ein Anspruch auf Schadenersatz - etwa für die Kosten von Impfungen oder spezielle Ausrüstungsgegenstände.(APA/red)

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    Bei langen Flugverzögerungen haben die Passagiere Anspruch auf ein Hotelzimmer

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