Spanien: Ferien auf 1137 öligen Stränden

5. August 2003, 21:42
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Acht Monate nach dem "Prestige"-Tankerunglück wird noch täglich tonnenweise Öl an die Strände gespült - Behörden haben weiterhin "keinen Plan"

Madrid - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in ihrem Jahresbericht 1137 spanische Strände aufgelistet, die noch immer von Öl aus dem havarierten Tanker "Prestige" verschmutzt werden.

8000 Kilometern Küste verseucht

"Acht Monate nach dem Unglück sind von 8000 Kilometern Küste in Spanien noch immer 2000 Kilometer verseucht", sagte der Direktor von Greenpeace Spanien, Juan Lopez de Uralde, am Donnerstag in Madrid. Noch immer würde täglich tonnenweise Öl an die Strände gespült. Er kritisierte, dass es von offizieller Seite "keinen strategischen Plan" gebe, mit der Situation umzugehen.

Öko-Flaggen aberkannt

Zahlreichen spanischen Badestränden sind die "Blauen Flaggen" einstweilen aberkannt worden. Nach Presseberichten sind davon Strände in den Regionen Galicien, Asturien, Kantabrien und dem Baskenland betroffen.Blauen Flaggen sind eine Art Öko-Siegel. Sie werden an Badestrände und Sporthäfen für hohe Umweltstandards sowie für gute Sanitär- und Sicherheitseinrichtungen vergeben.

Die Stiftung für Umwelterziehung, die über die Vergabe der Flaggen entscheidet, begründete den Schritt damit, dass an diesen Stränden an der spanischen Atlantikküste immer wieder Ölreste angeschwemmt würden.

Die "Prestige" war Mitte November mit mehr als 77.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der spanischen Küste gesunken. Austretendes Öl verursachte die schlimmste Ölpest in Galicien und verseuchte auch weite Teile des spanischen Nordens und der französischen Atlantikküste. Das in zwei Teile zerbrochene Wrack liegt 270 Kilometer vor der galicischen Küste in 3500 Metern Tiefe und hat noch 35.000 Tonnen Öl in seinen Tanks. (APA)

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