3D-Software ersetzt Stuntmen

10. August 2003, 10:02
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Endorphin ermöglicht realistisch wirkende Simulation

Der Hersteller von 3D-Animations-Software hat ein neues Simulations-System entwickelt, das Stuntmen die Arbeit erleichtern soll. Die neue Software mit dem Namen Endorphin nutzt AI-Technologie und basiert auf Modellen des menschlichen Körpers, um Bewegungen überzeugend simulieren zu können. Die damit generierten virtuellen Stuntmen sollen für reale Stuntmen jene Szenen spielen, die für diese unmöglich darzustellen sind oder zu gefährlich bis tödlich wären, das berichtet die BBC.

Prozess wird beschleunigt

Bisher wurden zu gefährliche Stunts durch Aufnahmen einzelner Bewegungsabläufe von Schauspielern dargestellt oder sie waren das Ergebnis mühsamer Bild-für-Bild-Animation. Endorphin ermöglicht es, diesen Prozess zu beschleunigen. Die virtuellen Stuntmen oder Kreaturen können mittels der neuen Software explodieren, in Stücke gerissen werden, Abstürze erleiden oder waghalsige Actionszenen bestreiten, die sonst kaum darzustellen wären. "Was wir machen ist reine Simulation, deswegen ist es so viel schneller und realistischer als konventionelle Methoden", erklärt Colm Massey, Technologie-Chef bei Natural Motion. Der simulierte Stunt kann dann mit Kostümen und den gefilmten Szenen gemischt werden, damit das Ergebnis überzeugend wirkt.

Erster Einsatz in "Troy"

Im Moment wird Endorphin im historischen Abenteuerfilm "Troy" verwendet, der gerade von Wolfgang Petersen verfilmt wird und Brad Pitt als Achilles und Orlando Bloom als Paris zeigt. Endorphin bedeutet jedoch nicht das Ende der echten Stuntmen, wie Massey hinweist. "Es wird immer ein Bedarf an menschlichen Stuntmen da sein, vor allem bei Nahaufnahmen. Aber bei allen Szenen, in denen die Kamera weiter weg vom Schauspieler ist, werden Technologien wie unsere die Lücken auffüllen", so Massey. "Es ist nicht das Ende der realen Stuntmen, aber wir nehmen ihnen einige ihrer Jobs."(pte)

  • Artikelbild
    foto: epa/ctk/otto ballon mierny
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