USA schließen MCI von Regierungsaufträgen aus

8. August 2003, 17:11
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Klagen über Geschäftspraktiken des insolventen Carriers

In seinem Bemühen, das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen und das laufende Insolvenzverfahren abzuschütteln, hat der bankrotte US-Carrier MCI (vormals WorldCom) einen schweren Rückschlag erlitten. Die zuständige US-Regierungsbehörde General Services Administration (GSA) hat MCI vorläufig von allen Regierungsaufträgen ausgeschlossen. Hintergrund der Maßnahme sind Klagen über MCI-Geschäftspraktiken. So soll der Carrier über Jahre hinweg Telefongespräche falsch geroutet haben und sich dabei erhebliche Gebühren erspart haben.

Schaden für die Konkurrenz

MCIs Konkurrenten sollen durch diese Praktiken um mehrere hundert Mio. Dollar geschädigt worden sein. Der Ausschluss von den Regierungsaufträgen ist freilich nicht endgültig. Die GSA hat MCI 30 Tage Zeit gegeben, um die Suspendierung anzufechten. Dennoch ist der Schritt der Regierungsbehörde ein schwerer Schlag für MCI, das bemüht ist, die Schatten des milliardenschweren Bilanzskandals abzuschütteln.

Eine Milliarde Dollar aus Regierungsaufträgen

Aus Regierungsaufträgen lukrierte MCI bis dato rund eine Mrd. Dollar Umsatz pro Jahr, berichtet das Wall Street Journal am Freitag. Dazu konnte das Unternehmen in den vergangenen Monaten eine Reihe von weiteren Aufträgen auf Regierungsebene gewinnen. So wurde MCI im Mai beauftragt, ein kleines Mobilfunknetz im zerstörten Irak zu errichten. Auch in Afghanistan war der Konzern bei einem ähnlichen Deal erfolgreich. Schließlich hat der Carrier einen lukrativen Auftrag des US-Kongresses an Land gezogen.(pte)

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