US-Notenbank: Analysten erwarten Zinserhöhung

5. August 2003, 10:40
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Nach jüngsten starken US-Konjunkturdaten

Chicago - Nach den jüngsten starken US-Konjunkturdaten werden Analysten zufolge an den US-Finanzmärkten keine weiteren Zinssenkungen in den USA erwartet. Gerechnet wird stattdessen jetzt mit einer Zinserhöhung zwischen dem ersten und vierten Quartal 2004. Dies zeigt auch die Entwicklung der Zinsfutures und US-Schatzanleihen.

"Die meisten Menschen erwarten von der Fed (US-Notenbank) in den nächsten sechs bis neun Monaten nichts", sagte der Vizepräsident der Tokyo-Mitsubishi Futures, John Nyhoff. "Es gibt aber eine immer größer werdende Neigung zu der Meinung, dass der nächste zinspolitische Schritt 2004 eine Zinserhöhung sein wird".

Andere Händler sagten, das Niveau der Fed Funds-Futures und der Eurodollar-Futures sei identisch mit der Vermutung, dass die US-Notenbank Ende des ersten Quartals 2004 ihren Schlüsselzins am Geldmarkt auf 1,25 Prozent von derzeit 1,00 Prozent erhöhen werde. Die Fed Funds-Futures für März 2004 fielen am Donnerstag auf 98,840 Punkte. An den US-Kreditmärkten sank der Kurs der richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihe um 1-10/32. Ihre Rendite stieg damit auf 4,48 von 4,31 Prozent.

Belebung der US-Wirtschaft

Alle drei am Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten lieferten Händlern zufolge Anzeichen für eine Belebung der US-Wirtschaft. Damit werde es kaum notwendig sein, die Konjunktur mit einer weiteren Zinssenkung zu unterstützen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA stieg im zweiten Quartal überraschend stark um 2,4 Prozent und bestärkte damit Händlern zufolge die Erwartung einer spürbaren Belebung der weltgrößten Volkswirtschaft in der zweiten Jahreshälfte.

Schöne Aussichten

Für positive Nachrichten sorgte auch der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago. Das an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturbarometer kletterte im Juli auf 55,9 von 52,5 Punkten im Juni und lag damit über der durchschnittlichen Analystenprognose von 54,0 Zählern.

Besser als erwartet fielen ebenfalls die neuen Arbeitsmarktdaten aus. So lag die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche mit 388.000 unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 400.000. (APA/Reuters)

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