Kannibalismus als vorsätzliches Kriegsmittel

4. August 2003, 06:58
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UN-Bericht zu Kongo: Auch Gewalt gegen Frauen angeprangert

New York - Nach einem UN-Bericht über den Bürgerkrieg im Nordosten Kongos waren Kannibalismus, Gewalt gegen Frauen sowie Plünderungen und Mord "vorsätzlichee Mittel der Rebellengruppen". Ermittler der UN-Friedensmission waren in das Gebiet um die Städte Mambasa und Beni geschickt worden, um Berichten über Gräueltaten in der Zeit von Oktober bis Dezember vergangenen Jahres nachzugehen. Am Donnerstag stellten sie ihren Bericht in New York vor.

Die Befragung von 500 Zeugen ergab, dass insgesamt 173 Personen getötet oder exekutiert wurden, zwölf Kannibalismus-Vorfälle bestätigten sich. Allein unter den befragten Zeugen waren 69 Vergewaltigungsopfer. Als die Kämpfer der Kongolesischen Befreiungsbewegung (MLC) und der Kongolesischen Versammlung für Nationale Demokratie (RCD-N) am 12. Oktober Mambasa einnahmen, sei es "zu Massenvergewaltigungen, systematischen Plünderungen und der Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen gekommen", heißt es in dem Bericht.

Zu den ersten Toten sei es bei einem Gegenangriff der Kongolesischen Sammlungsbewegung für Demokratie (RDC-ML) gekommen. Nach den Zeugenaussagen waren die Menschenrechtsverletzungen der RDC-ML vergleichsweise gering. Dagegen habe die RCD-N über eine Sondereinheit verfügt, die die meisten Gräueltaten beging. Die meisten Kannibalismus-Fälle seien aus Rachegelüsten an den Stämmen der Nande und der Pygmy verübt worden, weil diese die Truppen der RCD-ML unterstützten, heißt es in dem Bericht. (APA/AP)

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