US-Gericht entzieht ehemaligem KZ-Aufseher Staatsbürgerschaft

1. August 2003, 20:08
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Zu Massakern an Gefangenen beigetragen

New York - Ein US-Gericht hat einem 79-Jährigen früheren SS-Mann wegen seiner Vergangenheit als KZ-Aufseher die Staatsbürgerschaft entzogen. Das Gericht sehe es als erwiesen an, dass Jakiw Palij während des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager Trawniki in Polen Aufsicht geführt und bei seiner Einwanderung in die USA seine Vergangenheit geleugnet habe, sagte Richter Allyne Ross zur Urteilsbegründung am Donnerstag in New York.

Die Staatsanwaltschaft hatte Palij vorgeworfen, als Aufseher die Flucht der KZ-Insassen verhindert und damit "unmittelbar" zum Massaker an ihnen beigetragen zu haben. Anfang November 1943 hatten SS-Einheiten alle etwa 6000 jüdischen Zivilisten getötet, die in Trawniki gefangen gehalten wurden. Seit 1979 wurde damit 72 früheren Nationalsozialisten die US-Staatsbürgerschaft entzogen; 57 mussten die Vereinigten Staaten verlassen. (APA)

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