USA: Verfassungsänderung zum Verbot der Homosexuellen-Ehe nicht vom Tisch

1. August 2003, 17:56
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Bush erwägt offenbar Schwenk auf päpstliche Linie

Washington - Die US-Regierung erwägt entgegen ihrer jüngsten Äußerungen nun doch eine Verfassungsänderung, um das Verbot der Homo-Ehe in den USA sicherzustellen. Auf die Frage nach einer möglichen Verfassungsänderung, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes, Scott McClellan, am Donnerstag vor Journalisten: "Offensichtlich ist dies eine Sache, die in diesem Zusammenhang geprüft werden muss."

Jede Art administrativen Vorgehens hänge von dem Ergebnis einiger anhängiger Gerichtsverfahren in Sachen gleichgeschlechtlicher Ehe ab, fügte er hinzu. Erst Anfang des Monats hatte US-Präsident George W.Bush noch erklärt, eine Verfassungsänderung zum Verbot der Homo-Ehe sei wohl nicht erforderlich.

Hohe Hürden

Allerdings sagte Bush am Mittwoch, derzeit würden Möglichkeiten untersucht, um die Homo-Ehe zu unterbinden. Bush ist seinem Sprecher zufolge auch gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, wie sie etwa im Bundesstaat Vermont zugelassen sind. "Dem Präsidenten ist sehr viel daran gelegen, die Unverletzlichkeit der Ehe zu schützen und diese Einrichtung, die sich nach seiner Überzeugung zwischen Mann und Frau vollzieht, zu verteidigen", fügte McClellan hinzu. "Wir sehen uns an, was erforderlich sein wird angesichts der anhängigen Verfahren", sagte er.

Für eine Verfassungsänderung müssen hohe Hürden überwunden werden. Zwei Drittel der Stimmen beider Kongresskammern müssen einer Änderung zustimmen und von drei Vierteln der Bundesstaaten ratifiziert werden. Der Vatikan hat am Donnerstag seine ablehnende Haltung gegenüber der Homo-Ehe bekräftigt und sie als unmoralisch und als schwere Bedrohung für die Gesellschaft verurteilt. Katholische Politiker rief der Vatikan zum Widerstand gegen entsprechende Gesetze auf. Bush ist Methodist. (APA/Reuters)

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