Falsche "Kollegen"

1. August 2003, 20:32
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Trickdiebe gaben sich als Polizisten oder Falschgeldfahnder aus und erleichterten Touristen um Bares

Wien - Die Wiener Polizei hat im Rahmen von Schwerpunktaktionen gegen Taschen- und Trickdiebstahl acht falsche "Kollegen" aus dem Verkehr gezogen. Die festgenommenen Rumänen, die allesamt im selben Stadtteil von Bukarest zu Hause sind, gaben sich vor Touristen als Drogen- oder Falschgeldfahnder aus und erleichterten sie um Bares.

Drogen oder Falschgeld

Opfer der Diebe waren vor allem Touristen aus Ostasien oder auch Südamerika, bei denen die Täter offenbar davon ausgingen, dass diese ihnen mangels Erfahrung mit der heimischen Exekutive leicht auf den Leim gehen würden. Den Wien-Urlaubern gegenüber behaupteten die vermeintlichen Polizisten, dass Drogen oder Falschgeld im Umlauf sind, und baten sie, ihre Geldbörsen herzuzeigen. Nach Geldzählen und Herumschnüffeln an den Börsen fehlte den Opfern ein Teil ihrer Barschaft.

Täglich oft zwei bis drei Delikte

Zuletzt wurden täglich oft zwei bis drei derartige Delikte angezeigt. Insgesamt wurden im Rahmen der Schwerpunktaktionen - derzeit läuft die dritte dieses Jahres - 30 mutmaßliche Taschendiebe geschnappt. Bevorzugte "Reviere" der Täter sind die öffentliche Verkehrsmittel, die City und andere Orte, an denen sich viele Menschen drängen.

In Wien wurden im vergangenen Jahr 32.000 Taschendiebstähle angezeigt, zwei Drittel davon in der Innenstadt. Verglichen mit 2001 ist das eine Verdoppelung, die Aufklärungsrate beträgt nur 14 Prozent. Die Wiener FPÖ fordert 500 zusätzliche Polizisten für Wien. (APA, simo, DER STANDARD Printausgabe 1.8.2003)

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