Heftiges Ringen um Abendzuschläge

4. August 2003, 20:10
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Angesichts der Änderung der Öffnungszeiten muss der Handelskollektivvertrag angepasst werden

Wien - Am Donnerstagnachmittag starteten Verhandlungen zwischen Gewerkschaft der Privatangestellten und Händlervertretern der Wirtschaftskammer über Zuschläge, die Arbeitnehmern aufgrund des neuen Öffnungszeitengesetzes zu gewähren sind. Auslöser ist vor allem die Absicht Wiens, den Ladenschluss am Samstag um eine Stunde von 17 auf 18 Uhr zu verschieben - wie es nunmehr erlaubt ist, was aber länderspezifisch unterschiedlich geregelt ist.

Bisher endete die Normalarbeitszeit am Samstag um 17 Uhr. Zwischen 13 und 17 Uhr bekamen die Arbeitnehmer im Handel als Zuschlag einen 50-prozentigen Zeitausgleich, jedoch keine monetäre Prämie. Die Gewerkschaft fordert nun, dass auch bei einer Ausweitung der Öffnungszeiten die Normalarbeitszeit um 17 Uhr endet, sprich für die eine Überstunde der entsprechende Zuschlag (50 Prozent) bezahlt werden müsste.

In der Wirtschaftskammer werden die Verhandlungen über die Kollektivvertragsanpassung wieder als Gelegenheit gesehen, die von den Arbeitgebern so ungeliebte Regelung über die Samstagsarbeit auch aus dem KV rauszubekommen, nachdem sie Wirtschaftsminister Martin Bartenstein schon aus dem Gesetz eliminiert hatte. Diese - von Wirtschaftskämmerern abschätzig "Schwarz-Weiß-Regel" genannt - besagt vereinfacht gesagt, dass Arbeitnehmer nur jeden zweiten Samstag im Laden stehen dürften. "Kommt überhaupt nicht infrage", wettert Gewerkschafter Erich Reichelt im STANDARD-Gespräch, "das können sie sich aus dem Kopf schlagen." Es werde nur um Zuschläge verhandelt. (szem/DER STANDARD Print-Ausgabe, 1.8.2003)

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