Vatikan:Die "Schwulenehe" ist Sünde

4. August 2003, 11:03
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Homosexuelle Partnerschaften verstoßen gegen das natürliche Sittengesetz: Kardinal Joseph Ratzinger unterzeichnete Dokument der katholischen Kirche

Mit schwer wiegenden Verurteilungen hat der Vatikan alle Gläubigen und katholischen Politiker zum Widerstand gegen die Legalisierung der eheähnlichen Partner- schaften von Homosexuellen aufgerufen.

Vatikanstaat - Vernichtende Ablehnung der Lesben und Schwulen, zusammengefasst in den "Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen" - das ist das am Donnerstag veröffentlichte Dokument, das die Homoehe als schwere Bedrohung für die Gesellschaft geißelt und katholische Politiker zum Widerstand gegen entsprechende Gesetze aufruft.

"Die Ehe ist heilig, während homosexuelle Handlungen gegen das Moralgesetz verstoßen", heißt es in dem 16 Seiten umfassenden Schriftstück der vatikanischen Glaubenskongregation (geleitet vom deutschen Kardinal Joseph Ratzinger), das von Papst Johannes Paul II. genehmigt wurde.

"Unsittliche Handlung" Weiter heißt es, der katholische Parlamentarier habe "die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern". Wer einer Legalisierung der Homoehe zustimme, begehe "eine schwer wiegende unsittliche Handlung".

Zur Begründung heißt es, die Ehe sei eine von der Gemeinschaft geschützte und geförderte Partnerschaft von Mann und Frau zur Fortpflanzung. "Homosexuelle Partnerschaften bedürfen hingegen keiner spezifischen Aufmerksamkeit vonseiten der Rechtsordnung, da sie nicht die genannte Aufgabe für das Gemeinwohl besitzen." Eine Legalisierung der Homoehe führe dazu, "dass das Verständnis der Menschen für sittliche Grundwerte verdunkelt und die eheliche Institution entwertet würde".

"Vergewaltigte Kinder"

Adoptierten homosexuelle Paare Kinder, würde dies "faktisch eine Vergewaltigung der Kinder" bedeuten. Homosexuelle Praktiken "gehören zu den Sünden, die schwer gegen die Keuschheit verstoßen".

Italienische Homosexuelle kündigten noch für Donnerstag eine Demonstration vor dem Vatikan an. Der deutsche Lesben- und Schwulenverband hatte das Dokument bereits am Dienstag scharf kritisiert. (dpa, AFP, DER STANDARD Printausgabe 1.8.2003)

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    foto: andrew wallace
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