Die Nacht zum Tag

6. Oktober 2003, 15:56
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"A Space Odyssey"! Wie gerne hätte man das Filmchen durchgehalten, aber da es auf ORF erst weit nach Mitternacht begann, leider! In der Früh aufgewacht ...

Kommen wird der Tag, da werden wir auf die Frage "Fernsehen?" frei nach Karl Kraus herausbrüllen: "Nein, zu dem Thema fällt uns noch weniger ein als zu Hitler, nämlich gar nichts. Unser Gerät erstickt im Lurch!" Noch allerdings ist es nicht so weit. So viel gibt es zu sehen, zu verstehen, so vieles ist noch eine echte Herausforderung.

Zum Beispiel üben wir seit geraumer Zeit, jene TV-Aktivität des Tages auch in der Nacht fortzusetzen - es gehört ja zu den Tragödien unseres TV-Lebens, nicht als Untoter auf die Welt gekommen zu sein.

Das ewige Leben interessiert uns dabei nicht. Es langte völlig, dermaßen nachtaktiv sein zu können, dass man all die aus dem TV-Tag ins Nachtexil verbannten Edelsteine wieder einmal sieht. "A Space Odyssey"! Wie gerne hätte man das Filmchen durchgehalten, aber da es auf ORF erst weit nach Mitternacht begann, leider! In der Früh aufgewacht. Die Fernsteuerung in der Hand, das Gerät läuft. Volksmusik! Nur noch vage Erinnerungen an einen Affen, der mit dem Knochen zuschlug.

Zum Einüben der Nachtwachheit empfiehlt es sich indes, auch Teile des TV-Tags zu konsumieren. Zum Beispiel bemühen wir uns unter Einsatz aller Magenmittel, Sendungen über saugende Fettbeseitigung bei Männer durchzuhalten. Auch wenn es wieder einmal im OP hautnah um die Vermählung von Silikon und Körper geht, lassen wir uns auf den TV-Stuhl fesseln, um nicht abzudrehen. Dieser Bilderkonsum führt zu kleinen Schlafstörungen, die uns wiederum unserem Vampirtraum näher bringen. (tos/DER STANDARD; Printausgabe, 1.8.2003)

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    "A Space Odyssey"

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