Michael Schumacher erwartet Spannung beim WM-Endspurt

3. August 2003, 18:32
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Kimi Räikkönen sagt dem fünffachen Weltmeister den Kampf an - Die BMW-Williams-Piloten Montoya und Ralf Schumacher lauern nur auf Fehler

Hockenheim - Michael Schumacher steht beim GP von Deutschland am Sonntag in Hockenheim (14.00 MESZ/live in ORF 1 und Premiere) vor seinem 50. Sieg im Ferrari. Jedoch kann dem Spitzenreiter ausgerechnet beim Heim-Rennen auch die Wachablösung durch den nur sieben Punkte entfernten Kimi Räikkönen drohen, der dem Superstar den Kampf angesagt hat. Schumacher weiß: "Es wird ein hartes Stück Arbeit."

Großer Bruder erwartet kleinen auf der Zielgeraden

Während der Ferrari-Star im Vorjahr schon als Weltmeister nach Hockenheim gekommen war, ist das Titelrennen diesmal so offen wie lange nicht mehr. Vor dem fünftletzten Grand Prix der Saison rechnet Schumacher für den anschließenden WM-Endspurt sogar mit einem Bruderkampf. Zwar hält der Titelverteidiger noch Silberpfeil-Pilot Räikkönen für seinen derzeitigen Hauptgegner, doch auf Grund des Aufwärtstrends von Williams-BMW "erscheint mir Ralf fast noch stärker", so Michael Schumacher in einem RTL-Interview: "Ich gehe davon aus, dass ich am Ende mehr mit Ralf zu kämpfen habe als mit Kimi."

Vorerst lief der Auftakt zu den Hockenheim-Tagen für den älteren Schumacher prächtig. Beim Benefiz-Kick "Spiel der Herzen" am Mittwochabend in Mannheim siegte Schumachers Mannschaft mit 9:6 gegen ein "Allstar"-Team. Nun will der letztjährige Formel-1-Dominator seine noch etwas bescheidene Hockenheim-Bilanz weiter aufpolieren. Erst im Vorjahr gelang ihm dort sein erster Sieg im Ferrari: "Das war ein tolles Gefühl. Und weil's so schön war, würde ich es gerne noch einmal erleben."

Derzeit glücklich bei BMW

Sein von einer Grippe genesener Bruder Ralf war beim Fußball nicht dabei, könnte aber an diesem Wochenende nicht nur auf der Rennstrecke wichtige Karriere-Schritte machen. Der BMW-Williams-Pilot signalisierte, dass er seinen bis 2004 laufenden Vertrag gerne vorzeitig verlängern möchte. "Die Chancen sind gut, dass ich in Zukunft weiter bei dem Team fahre", sagte Ralf. "Derzeit bin ich sehr glücklich bei BMW."

Ralf Schumacher, der 2001 in Hockenheim gewonnen hatte, war zuversichtlich für den Heim-Grand-Prix. "Ich gehe davon aus, dass wir vorne dabei sind", meinte der Wahl-Salzburger. Die Situation an der WM-Spitze ist fünf Rennen vor Schluss so offen wie seit drei Jahren nicht mehr. Michael Schumacher führt vor dem zwölften Saisonlauf mit 69 Punkten vor Räikkönen sowie dem Williams-Duo Juan Pablo Montoya (55) und Ralf Schumacher (53).

Permanente Zweifel

Der Spitzenreiter ist weit davon entfernt, sich auf seinem Vorsprung auszuruhen. "So lange ich den Titel nicht in der Tasche habe, habe ich permanent Zweifel. So bin ich nun mal, das liegt in meinem Naturell", sagte Schumacher. McLaren-Mercedes-Pilot Räikkönen will den Titelverteidiger in Hockenheim unbedingt übertrumpfen. "Es ist wichtig, ihn jetzt zu schlagen", sagte der Finne: "Wir haben ja im letzten Rennen in Silverstone gesehen, dass ich schneller als Michael Schumacher war."

Bei den "Silbernen" dürfte trotz aller Gerüchte um ein Engagement von Jan Pablo Montoya David Coulthard wohl auch in der kommenden Saison fahren. "Gerüchte sind Teil des Geschäfts. Aber ich kann nicht an ein anderes Team ausgeliehen und auch nicht wie ein Fußball-Profi verkauft werden", sagte Coulthard. Möglicherweise stecken hinter den Gerüchten die Absicht des Montoya-Managements, dem Südamerikaner zu einem höheren Gehalt und einer besseren Position bei Williams-BMW zu verhelfen. Montoya soll dort nur die Hälfte von Ralf Schumacher verdienen. (APA/dpa)

  • Schumi-Fieber am Hockenheimring.

    Schumi-Fieber am Hockenheimring.

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