CIA warnte Blair vor "45 Minuten"-Behauptung

2. August 2003, 22:04
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Laut "Guardian" war auch Kelly nicht mit diesem "Bluff" einverstanden

London - Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Bericht des "Guardian" in mehreren Punkten Bedenken gegen das erste Irak-Dossier der britischen Regierung angemeldet. Demnach warnte die CIA Premierminister Tony Blair vor der Veröffentlichung des Dossiers im vergangenen September unter anderem vor der groß herausgestellten Aussage, Saddam Hussein könne binnen 45 Minuten mit seinen Massenvernichtungswaffen zuschlagen. Diese Behauptung hatte auch der britische Waffenexperte David Kelly kritisiert, dessen Selbstmord ab morgen Freitag richterlich untersucht wird.

Das britische Außenministerium hatte bereits zugegeben, vom US- Geheimdienst gewarnt worden zu sein. Bisher waren aber nur Einwände gegen angebliche irakische Uran-Käufe in Afrika bekannt geworden. Doch wie der "Guardian" am Donnerstag berichtete, hielt die CIA die britischen Angaben in mehrfacher Hinsicht für nicht gesichert. Sollte der US-Geheimdienst tatsächlich auch davon abgeraten haben, die "45-Minuten-Behauptung" in das Dossier aufzunehmen, hätte dies eine besondere Brisanz. Denn gerade diese Aussage hatte Blair immer wieder gegen skeptische Stimmen verteidigt. (APA/dpa)

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