Geldquelle für Krieg und Terror trockengelegt

3. August 2003, 15:11
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Jeder Edelstein muss künftig zertifiziert werden – Das Problem der Korruption bleibt

Wien – Seit Donnerstag, dem 31. Juli 2003, ist der Handel mit Diamanten weltweit neu geregelt. So genannte Blutdiamanten, die aus Konfliktgebieten stammen und zur Finanzierung von Bürgerkriegen und Terroranschlägen verwendet wurden, können und dürfen nach dem Kimberley- Abkommen nicht mehr verkauft werden. Sogar die USA als weltgrößter Diamantenimporteur unterzeichneten das Abkommen.

Nach dieser Vereinbarung müssen nunmehr alle Rohdiamanten von einem fälschungssicheren "Kimberley Process Certificate" begleitet werden, das von der dafür zuständigen Behörde des expor 2. Spalte tierenden Landes ausgestellt wird. Darin müssen Exporteur und Importeur, das Gewicht in Karat und der Wert in Dollar aufgeführt werden. Jedes Land hat eine Behörde zu bestimmen, die für geregelten Export und Import zuständig ist.

Staaten, die sich nicht am Zertifikatssystem beteiligen, dürfen keine Rohdiamanten aus- oder einführen. Transitländer sind von den Festlegungen nicht betroffen, müssen aber sicherstellen, dass in ihrem Verantwortungsbereich die versiegelten Diamantenpakete nicht geöffnet oder manipuliert werden.

Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, dass weder illegale Schürfer und Händler noch dubiose Aufkäufer in den Diamantenzentralen von Antwerpen und Tel Aviv mit Edelsteinen handeln, die nicht offiziell deklariert sind. Die Blutdiamanten machten im Jahr 2000 nach Angaben des südafrikanischen de facto- Monopolisten De Beers zwar nur vier Prozent aller gehandelten Diamanten aus, brachten aber die gesamte Branche in Verruf.

Vor allem De Beers als sowohl weltgrößter Förderer mit knapp der Hälfte der Weltproduktion als auch weltweit größter Verkäufer – De Beers setzt zwei von drei Diamanten um – war daher an einer internationalen Regelung interessiert und setzte sich für die jetzigen Bestimmungen ein.

Trotzdem wird die Kimberley-Regelung massive internationale Aufsicht benötigen, um korrupte Beamte in den Ursprungsländern an der willkürlichen Ausstellung von Diamantenzertifikaten zu hindern. Wichtige Schmuggelstaaten wie Liberia, Sambia, Nigeria und Somalia sind bisher noch nicht Mitgliedsstaaten des Kimberley-Prozesses. Mittlerweile stehen aber 70 Staaten, die EU, eine Vertretung von Nichtregierungsorganisationen und der World Diamond Council hinter dieser Regelung.

Besonders die NGO "Global Witness" engagierte sich gegen den Handel mit Blutdiamanten und wurde dafür voriges Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 1.8.2003)

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