AUA plant drastische Einsparungen

4. August 2003, 14:47
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Vorstand will in den nächsten Jahren Kosten um 35 Prozent senken - Bis 2004 sollen zehn Prozent bewältigt werden

Wien - Der Vorstand der Austrian Airlines-Gruppe will die Kosten des AUA-Flugbetriebs bis 2008 um 35 Prozent senken, hieß es am Freitag in einer Pressemitteilung. Mindestens 10 Prozent davon sollten 2004 erzielt werden. Die Messgröße dafür seien die Kosten der produzierten Flugstunde (Blockstunde) pro Pilot.

Die Kostenreduktionen würden "weder die Freisetzung eines Drittels der Belegschaft noch eine Gehaltsreduktion in diesem Ausmaß" bedeuten, stellte Flugbetriebsvorstand Walter Bock klar. Vielmehr sollte gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Kostensenkungsprogramm gestaltet werden, das auch aus Produktions- und Produktivitätserhöhungen bestehe.

Konstruktives Klima

Das konstruktive Klima der gestrigen Gesprächsrunde mit den Vertretern der Gewerkschaft HTV und den Bordbetriebsräten von AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways sei "ein positiver Auftakt, um die notwendige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des AUA-Flugbetriebs gemeinsam zu gestalten", meinte AUA-Marketingvorstand Josef Burger. Dementsprechend sollten baldige Evaluierungsgespräche folgen, in denen die einzelnen Elemente auf Umsetzbarkeit und ihren Effekt für die notwendige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des AUA-Flugbetriebs gemeinsam geprüft würden, so Burger.

Wie berichtet sollen nun Module des Unternehmens- und des HTV-Betriebsratsvorschlags gemeinsam einer detaillierten Prüfung unterzogen werden. Laut Betriebsrat soll vom 10. bis 12. August in einer Klausur weiterverhandelt werden.

Vorstands-Vorschläge

Der AUA-Vorstand habe beispielsweise vorgeschlagen, die Arbeitsleistung von AUA-Piloten zu flexibilisieren, um rasch auf Nachfrage- und Produktionsschwankungen reagieren zu können. Weiters könnten Gehaltsvorrückungen von AUA-Piloten temporär eingefroren werden oder jährliche Gehaltsvorrückungen durch ein Biennalsystem ersetzt werden. Weitere Lösungsoptionen bestünden aus der Einführung eines zweiten Gehaltsschemas für zukünftig neu eintretende AUA-Piloten in etwa auf Lauda Air Niveau, einer schrittweisen Senkung der Kosten der AUA-Pilotenpensionskasse und deren Entwicklung von einem leistungs- hin zu einem beitragsorientierten Modell. Auch "Maßnahmen zur vorausschauenden Krisenvorsorge und einer Produktivitätserhöhung" in Form der Adaption der Flugarbeits- und Ruhezeiten wären effiziente Module zur Erreichung der Ziele, meint der AUA-Vorstand.

Wechselseitige Übertrittsmodelle zwischen Lauda-, Tyrolean- und Austrian Airlines-Piloten könnten nach Auffassung der Unternehmensleitung unter der Voraussetzung der notwendigen Gesamtkostensenkung des AUA-Flugbetriebs in einer bedarfsgerechten, durch das Unternehmen steuerbaren Form durchaus realisiert werden. Auch eine sinnvolle Definition einzelner Geschäftsfelder im AUA-Konzern könnte festgelegt werden, wobei diese der Dynamik der Markt- und Konkurrenzentwicklung nicht widersprechen dürfe. Der AUA-Vorstand strebe insgesamt "a priori keine Reduktion der AUA-Produktion", sondern vielmehr deren Wachstum an, so Burger.

Die AUA hatte zuletzt die Kündigung von 26 Piloten bis Jahresende auf Eis gelegt. (APA)

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    Die Gespräche wurden vertagt - Doch der AUA-Vorstand präzisierten nun seine Sparvorstellungen und gibt die Stoßrichtung vor

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